Skurrile Odyssee in Graz: Eine 50-Jährige fand dort am Dienstagabend 60 Euro im Ausgabeschlitz eines Geldautomaten vor einer Bank. Weil der Betrag auch nach mehreren Minuten, entgegen gängiger Praxis, nicht automatisch wieder eingezogen wurde, nahm die IT-Mitarbeiterin das Geld an sich. "Ich dachte zuerst, das ist versteckte Kamera", sagt sie zu "Heute".
Tags darauf nützte die Angestellte ihre Mittagspause, um erneut zur nun geöffneten Bank zu gehen und das Geld zu retournieren. Dort habe man sie zwar sehr zuvorkommend behandelt, mit ihrem "Problem" habe das Institut ihr aber nicht weiterhelfen können: "Mir wurde nur gesagt, sie können das Geld nicht einfach annehmen und ich solle mich an die Polizei wenden."
Doch auch auf der nächsten Polizeiinspektion war die Mission, die 60 Euro wieder loszuwerden, nicht von Erfolg gekrönt. "Von den Beamten wurde ich weitergeschickt zum Fundamt", so die 50-Jährige. "Inzwischen wollte ich das Geld einfach nur mehr abgeben, es hat mir richtig in der Tasche gebrannt."
Schlussendlich opferte die Angestellte noch eine weitere Mittagspause und ging am Donnerstag auf das Fundamt, wo das Geld endlich angenommen wurde. Freilich, die 60 Euro einfach einzustecken und nicht zurück zu geben wäre illegal. "Aber ich habe den Betrag nicht nur deshalb aufs Fundamt gebracht. Sondern ich weiß, dass in unserer Gegend viele Studenten und Pensionisten wohnen. Und vielleicht gehört das Geld ja einem von ihnen. Die können das sicher gut gebrauchen."