Lucie Nanami verliebte sich während eines Japan-Urlaubs 2015 in die Welt der Manga-Comics. Jahre später entdeckte sie die Anime-Serie "Rent-a-Girlfriend" – und war sofort fasziniert von der Figur Mami.
"Sie war zwar die Bösewichtin der Serie, aber ich bewunderte ihr Selbstbewusstsein", erklärt die junge Frau. Sie begann, Merchandise zu sammeln: Plüsch-Puppen, Acryl-Figuren, Kunstwerke und sogar einen lebensgroßen Pappaufsteller. Kostenpunkt: rund 2.000 Dollar.
Wie der "Daily Star" berichtet, zog Lucie schließlich vor zwei Jahren dauerhaft nach Tokio.
Zuvor hatte sie an ihrem 21. Geburtstag bereits eine "Verlobungsfeier" mit Mami abgehalten – mit Unterstützung ihrer Familie und Freunde.
Vergangenen Dezember folgte dann die Zeremonie: Ein japanisches Unternehmen, das sich auf "2D-Hochzeiten" spezialisiert hat, organisierte die Feier. Lucie und eine Plüsch-Version von Mami trugen maßgeschneiderte Brautkleider.
"Ich habe meine Gelübde auf Japanisch vorgelesen und sie gebeten, mich immer an ihrer Seite sein zu lassen", erinnert sich Lucie. Ihre Eltern und ihre echte Freundin Kaori verfolgten die Zeremonie per Zoom.
Die Hochzeit wurde online millionenfach angeschaut – aber nicht alle reagierten positiv. "Die Leute haben mich als wahnhaft bezeichnet", sagt Lucie. "Ich weiß, dass Mami nicht real ist – aber warum darf ich sie dann nicht lieben?"
Trotz ihrer spirituellen Verbindung zu Mami hofft Lucie, eines Tages auch eine echte Frau legal zu heiraten. Eine wichtige Bedingung: Diese muss Mami akzeptieren. "Das Leben ist schöner, wenn man offen und stolz auf das ist, was man liebt", so ihr Fazit.