Widerstand gegen die Staatsgewalt, versuchte Körperverletzung, Nötigung – das alles soll eine 56-jährige Frau im Rollstuhl, die nur noch einen Arm bewegen kann, verbrochen haben.
Rückblick: Bereits am Morgen des 5. Februars soll die Pensionistin bei der Zigarettenausgabe in einem Pflegeheim in der Steiermark für Unruhe gesorgt und sich rücksichtslos mit ihrem elektrischen Rollstuhl vorgedrängt haben. Als dann der Wunsch nach einer Dusche abgelehnt werden musste bzw. die Angeklagte auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet wurde , soll sie laut und aggressiv geworden sein. Die Heimleiterin rief die Polizei.
Zwei Beamte wurden nicht Herr der Lage, die 56-Jährige mit dem Rollstuhl soll die Uniformierten gefährdet haben, die Beamten mussten ausweichen. Schließlich eskalierte die Situation, zwei weitere Beamte rückten an. Insgesamt vier Exekutivbeamte holten die Dame aus dem Rollstuhl und fixierten sie auf einer Bahre. Dabei soll die Angeklagte heftigen Widerstand geleistet haben. Die 56-Jährige landete in der Psychiatrie.
Beim Prozess in Wr. Neustadt am Mittwoch erschien die Pensionistin ohne Anwalt: „Ich war in einem klaustrophobischen Ausnahmezustand, habe ja eine eingeschränkte Wahrnehmung.“
Für weitere Zeugen wurde die Verhandlung auf unbestimmte Zeit vertagt, die Richterin empfahl der Angeklagten zudem dringend eine Verfahrenshilfe. Es gilt die Unschuldsvermutung.