Nicht einmal der letzte Weg führt immer zum Ziel. Deshalb blieb Hilde B. (83) an ihrer letzten Ruhestätte nicht ungestört. Bei ihrer Bestattung in Schrems (Niederösterreich) landete sie vorerst im falschen Grab.
Eine Großfamilie in Schrems hat am Friedhof mehrere Gräber. Im Laufe der Jahre hat sich die Verwandtschaft stark verzweigt – auch zu verschieden Familiennamen. Die Inschriften auf den Grabsteinen zeigen es. Trotzdem kam es bei der Bestattung von Hilde B. (83) im März zu einem traurigen Malheur: Nach Einsegnung und Requiem wurde die Verblichene ins falsche Grab hinuntergelassen. Nicht zu lieben Nächsten, die dort bereits ruhen, sondern zu entfernten Angehörigen, die nicht einmal heißen wie sie. Und ungewiss ist, ob einander zu Lebzeiten alle gern mochten.
Ein Trauergast stutzte zwar, meldete seine Zweifel aber erst, als Hilde B. bereits unter der Erde lag. Folge: großer Wirbel statt ewiger Ruhe. Aber, wie’s scheint, ist niemand an der Panne schuld. Denn in der Friedhofsverwaltung heißt es: "Uns wurde wohl eine falsche Grabreihe und -nummer genannt. So kam es offenbar zu der bedauerlichen Verwechslung."
Der Kaplan, der das Kreuz vorantrug, erklärt betrübt: "Ich führe die mir zugeteilten Bestattungen nur durch." Er sei Stimme des Herrn, nicht Navigator zur stimmenden Ruhestätte.
Mittlerweile ruht Hilde B. sanft: Sie wurde ins richtige Familiengrab umgebettet.