Frau stach auf Freund ein - Mann in Rollstuhl

Eine Wienerin stritt sich mit ihrem Freund. Doch statt den Konflikt zu lösen, stach sie dann mehrmal auf den 31-Jährigen ein. Die Frau wurde im Straflandesgericht wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung zu zweieinhalb Jahren Haft - davon zehn Monate unbedingt - verurteilt.

Am 21. September 2012 stach eine Wienerin im Zuge einer Streiterei mehrfach mit einem Küchenmesser auf ihren Freund ein. Sie traf ihn am Hals und zwei Mal in die Brust.

Danach wusch die Frau - laut Anklage - das Messer in der Spüle ab, verließ die Wohnung, klopfte beim Nachbarn an und behauptete, ihr Partner habe sich bei einem Streit selbst gestochen.

Die Tat geschah in der gemeinsamen Wohnung in der Karplusgasse in Wien-Favoriten.

Mann seitdem im Rollstuhl

Der 31-Jährige konnte zwar dank rascher ärztlicher Hilfe gerettet werden, ist seither aber ein Pflegefall und sitzt im Rollstuhl.

Vor Gericht meinte die Angeklagte allerdings, sie können sich an nichts mehr erinnern. Da auch das Opfer für eine Zeugenaussage nicht zur Verfügung stand, war die Beweislage schwierig. Am Tatort sichergestellte Haarbüschel der Frau und Hämatome an ihrem Körper wertete das Gericht als Indizien, dass sie von ihrem Partner, mit dem sie 2006 eine Lebensgemeinschaft eingegangen war, womöglich verprügelt worden war, ehe sie das Messer gegen ihn richtete.

Freispruch wegen Notwehr

Trotzdem wurde der beantragten Freispruch wegen Notwehr nicht akzeptiert. "Es kann sein, dass der erste Stich als Notwehrhandlung gesetzt wurde. Aber dann kann man ihm nicht noch einmal in die Brust stechen", stellte Richter Gerald Wagner fest.

Der Schuldspruch wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung ist bereits rechtskräftig. Da die 33-Jährige seit dem Vorfall in U-Haft gesessen war und ihr diese Zeit auf den unbedingten Strafteil anzurechnen war, wurde sie noch am Dienstag auf freien Fuß gesetzt.

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