Mindestens "fünf bis zehn Bewerbungen" verschickt ein 37-jähriger Familienvater jeden Tag. Er sucht als Betriebslogistikkaufmann, Staplerfahrer oder Hilfsarbeiter in der Produktion nach einer Stelle. Doch seit April wartet der Steirer auf einen neuen Job.
Seine Frau ärgert besonders, dass gleichzeitig immer wieder über Firmen berichtet wird, die dringend Personal suchen: "Man liest immer nur von Firmen, die Arbeitskräfte benötigen und diese nicht finden, aber nie von einem Familienvater, der sehr bemüht um eine Arbeit sucht und keine bekommt, weil er zwei Jahre seine kranke Frau gepflegt hat."
Ihr Mann wolle arbeiten, bekomme aber teilweise nicht einmal eine Rückmeldung auf seine Bewerbungen. "Eine Firma hat ihm unter vorgehaltener Hand erklärt, dass es zu unsicher sei, da er ja immer noch die kranke Frau zu Hause hat und jederzeit wieder ausfallen könnte", erzählt die Frau gegenüber "Heute".
Hinter der längeren beruflichen Pause steckt eine schwere familiäre Geschichte. Kurz nach der Geburt der gemeinsamen Tochter erhielt die heute 30-Jährige die Diagnose unheilbarer Krebs. Nach mehreren Operationen in Deutschland war sie ein Jahr krebsfrei, ehe erneut Metastasen in mehreren Organen und Knochen festgestellt wurden.
Als seine Frau wieder mit einer Chemotherapie begann, ging der 37-Jährige für sechs Monate in Pflegekarenz. Danach hoffte die Familie zunächst, dass er wieder arbeiten könne.
Doch die Behandlung führte laut der Frau zu schweren Komplikationen. Sie kam mit einer Sepsis und Multi-Organversagen auf die Intensivstation des LKH Graz und blieb dort vier Wochen. Ihr Mann blieb zu Hause, um sich um die damals dreijährige Tochter zu kümmern.
Nach insgesamt sieben Wochen im Krankenhaus kehrte die Frau nach Hause zurück. Sie sei zu diesem Zeitpunkt bettlägerig gewesen und habe Pflegestufe 6 gehabt. Ihr Mann beantragte daraufhin für weitere sechs Monate Familienhospizkarenz.
Mittlerweile sucht der 37-Jährige wieder intensiv nach Arbeit. Dabei beschränkt er sich laut seiner Frau nicht auf seinen erlernten Beruf als Betriebslogistikkaufmann. Auch Stellen in der Produktion oder als Staplerfahrer kommen für ihn infrage.
Die Familie lebt im Raum Hartberg. Weil der Familienvater weiterhin für seine Frau und seine vierjährige Tochter da sein möchte, sucht er nach einer Stelle in der Umgebung.
Trotz der zahlreichen Absagen gibt der 37-Jährige die Suche nicht auf. Laut seiner Frau verschickt er weiterhin täglich mehrere Bewerbungen. Die Familie würde sich sehr über Hilfe bei der Arbeitssuche freuen. Kontaktadresse: [email protected]