Als die Beamten im Juni 2020 ins Haus von Wanda Palmer in Cottageville kamen, bot sich ihnen ein Bild des Schreckens. "Sie saß blutüberströmt und mit einer Axt oder Machete übel zugerichtet auf der Couch", so Sheriff Ross Mellinger. "Wir dachten zunächst, sie sei tot." Doch Palmer lebte noch und kam ins Spital. Allerdings war sie ohne Bewusstsein und fiel in ein tiefes Koma.
Die Polizei ermittelte und nahm mehrere Personen unter die Lupe, konnte aber keine Hinweise auf den Täter finden. "Wir hatten eine vage Vorstellung von dem, was passiert war, aber wir hatten keine konkreten Hinweise auf den Täter", so Mellinger. "Es gab keine Augenzeugen, keine Überwachungsbilder und keine Mobiltelefon-Aufzeichnungen. Es gab nichts, auf was wir aufbauen konnten", sagte er gegenüber West Virginia Metro News.
Der Fall drohte für immer ungelöst zu bleiben. Doch dann erhielt Mellinger vergangene Woche einen Anruf aus der Klinik, dass Palmer das Bewusstsein wiedererlangt habe. Sprechen konnte sie wegen der erlittenen Hirnschäden nicht, aber sie konnte auf einfache Ja-Nein-Fragen klare Antworten geben. So konnte sie den Ermittlern gegenüber ihren Angreifer identifizieren – ihren Bruder Daniel (55). Dieser wurde umgehend verhaftet und wegen versuchten Mordes und vorsätzlicher Körperverletzung angeklagt.
Gemäß Mellinger benutzte Daniel Palmer III. beim Angriff auf seine Schwester "eine Machete oder eine Axt" und fügte ihr damit schwerste Kopfverletzungen zu. Bei seiner Festnahme leistete er keinerlei Widerstand. Über sein Motiv wurde nichts bekannt. Für ihn wurde eine Kaution von 500.000 Dollar festgesetzt.