Wien

Frau wartet 5 Jahre auf Wiener MA 35, jetzt ist sie tot

Nächster Aufreger um die MA 35: Die Oma eines Ex-Basketball-Nationalspielers starb, bevor sie die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten hat.

Clemens Oistric
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Die Oma von Ex-Basketballer Beni Hen (hier mit Birgit Schaible und Anwältin Anna Mair) starb vor Entscheidung der MA 35.
Die Oma von Ex-Basketballer Beni Hen (hier mit Birgit Schaible und Anwältin Anna Mair) starb vor Entscheidung der MA 35.
Denise Auer

"Sie haben gewartet, bis sie stirbt" – harte Anschuldigungen gegen die Wiener Einwanderungsbehörde MA 35 erhebt Ex-Basketball-Nationalspieler Beni Hen. Im Gespräch mit "Heute" erzählt der 41-Jährige: "Meine Oma, die seit 1990 in Wien lebte, hatte den sehnlichen Wunsch, die Staatsbürgerschaft in ihrer Wahlheimat Wien verliehen zu bekommen." 2016 stellte sie den entsprechenden Antrag.

Eteri lebte seit 1990 in Wien

Dann begann ein Spießrutenlauf bei der MA 35. Nach drei Jahren war sie derart zermürbt, dass sie sich anwaltliche Hilfe holte. Top-Juristin Anna Mair zu "Heute": "Meine Klientin, israelische Staatsbürgerin, lebte seit 1990 durchgehend in Österreich, hat in der Josefstadt gewohnt und war bestens integriert. Dennoch drangsalierte die MA 35 sie mit Aufforderungen – etwa Dokumente aus den 80er-Jahren aus Israel zu beschaffen."

"Zwei Jahre passierte nix"

Bis zu drei Mitarbeiter bearbeiteten den Akt, forderten Papiere an, die der Vorgänger schon erhalten hatte: "Und zwei Jahre passierte überhaupt gar nix. Da wurde sogar die Volksanwaltschaft aktiv", so Mair bitter. Ende November schließlich, nach fünf Jahren, die Zusicherung auf Staatsbürgerschaft – alles andere als ein Happy End: "Das erlebte meine Mandantin aber nicht mehr. Sie ist mit 76 Jahren gestorben, bevor sie Österreicherin werden durfte."

Anwältin Anna Mair: "Die Zustände bei der MA 35 haben sich noch weiter verschlechtert."
Rechtsanwältin Anna Mair (Kanzlei Astrid Wagner)
Rechtsanwältin Anna Mair (Kanzlei Astrid Wagner)
Denise Auer

Die absurd langen Wartezeiten sind laut Anna Mair kein Einzelfall: "Ich habe viele Fälle bei der MA 35, telefonisch erreicht man dort niemanden. Das ist aussichtslos und da hat sich auch absolut nichts verbessert, sondern sogar noch massiv verschlechtert. Auch E-Mails werden nicht beantwortet." Die Anwältin (Kanzlei Astrid Wagner) erzählt: "Ich habe seit 14 Monaten kein Telefonat mit der MA 35 geführt, weil es nicht möglich ist, dort jemanden zu erreichen."

"Heute" versuchte es am Donnerstag ebenfalls – und scheiterte ...

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