Österreich

Mordversuch an Ehemann: Nur 5 Jahre Haft für Frau

Heute Redaktion
13.09.2021, 15:25

Mit einem ungewöhnlichen Urteil endete der Mordprozess heute in Korneuburg: Eine 79-Jährige wollte ihren Ehemann (85) töten, bekam fünf Jahre Haft auf Bewährung.

Ein 85-Jähriger aus Bad Deutsch-Altenburg (Bezirk Bruck) war nach einem Treppensturz ein Pflegefall, die Gattin (79) war trotz 24-Stunden-Pflegehilfe heillos überfordert. Ende Mai fasste sie den Beschluss, ihren Ehemann und sich selbst zu töten.

Mit den vom Hausarzt verschriebenen Schlaftabletten wollte sie am 27. Mai 2019 beide Leben beenden. Die 79-Jährige flößte dem betagten Mann zwischen 10 und 15 Schlaftabletten ein, nahm selbst zehn bis 15 Tabletten - beide schliefen ein. Doch die rumänische Pflegerin fand das Pärchen rechtzeitig, rief die Rettung. Wegen des raschen Einschreitens der Pflegerin und der doch zu geringen Dosierung konnte das Ehepaar gerettet werden.

Fünf Jahre bedingt wegen Mordes

Die 79-Jährige wurde wegen Mordversuches angeklagt (Strafrahmen: zehn bis 20 Jahre oder lebenslange Haft), zeigte sich geständig. Der Anwalt der 79-Jährigen: "Die meisten Morde passieren aus Eifersucht oder Geldgier. Doch diese Tat war aus reiner Liebe."

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Der Geschworenensenat in Korneuburg war sich mit 8:0 Stimmen einig: Es war Mordversuch. Das ungewöhnliche Urteil: Fünf Jahre Haft auf Bewährung, somit muss die alte Frau keinen Tag in Haft. Der Richter ließ außerordentliche Milderungsgründe gelten. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.