Frau zündet sich in Russland bei lebendigem Leibe an

Polizisten an jenem Ort, wo sich die Chefredakteurin der Kosa Press, Irina Slawina, bei lebendigem Leibe angezündet hat.
Polizisten an jenem Ort, wo sich die Chefredakteurin der Kosa Press, Irina Slawina, bei lebendigem Leibe angezündet hat. Mikhail Solunin / Tass / picturedesk.com
Nachdem die Wohnung einer Russin von den Behörden durchsucht worden war, verbrannte jene sich einen Tag später selbst.

Bei der Frau handelt es sich um Irina Slawina, eine der Opposition nahestehende Journalistin. Am Freitag wurde mitgeteilt, dass sie an den Folgen der Verletzungen gestorben ist.

Vor einem Büro des Innenministeriums in der Stadt Nischni Nowgorod, welche rund 400 Kilometer östlich von Moskau liegt, hatte sich die Frau selbst angezündet. Auf ihrer Facebook-Seite hatte sie ihren Tod indirekt angekündigt: "Macht die Russische Föderation für meinen Tod verantwortlich", schrieb sie dort.

Irina Slawina hat sich am 2. Oktober vor dem Polizeipräsidium in der Stadt Nischni Nowgorod in Brand gesteckt.
Irina Slawina hat sich am 2. Oktober vor dem Polizeipräsidium in der Stadt Nischni Nowgorod in Brand gesteckt.Twitter

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Laptops, Handys & Co. wurden beschlagnahmt

Einen Tag vor ihrem Tod hatte Slawina erklärt, dass ihre Wohnung von Polizisten durchsucht worden sei. Im Zuge der Hausdurchsuchung seien Notebooks, ihr Laptop und andere Elektronikgeräte sowie der Laptop ihrer Tochter und das Handy ihres Mannes beschlagnahmt worden. Die Beamten hätten unter anderem auch nach Material der Oppositionsgruppe "Open Russia" gesucht, die von dem Kreml-Kritiker Michail Chodorkowsky finanziert wird. Slawina arbeitete als Chefredakteurin für das kleine Nachrichtenunternehmen Kosa Press.

Slawina sei laut Mitgliedern der russischen Opposition seit Langem unter dem Druck der Behörden gestanden. "In den vergangenen Jahren war sie wegen ihrer Aktivitäten für die Opposition endlosen Verfolgungen durch die Behörden ausgesetzt", schrieb beispielsweise der Politiker Dmitri Gudkow auf Instagram. "Was für ein Alptraum", twitterte der Kreml-Kritiker Ilja Jaschin. "Die Regierung bricht die Menschen psychisch."

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