Beachhandball wird immer beliebter. Die Sommerversion des Hallensports wird schon in über 140 Ländern gespielt. Ausgetragen werden die Partien in einem Vier-gegen-Vier auf Sand. Die spektakuläre Sportart ist im Programm der Olympischen Jugendspiele und soll sogar 2028 ins Olympia-Programm aufgenommen werden.
Doch in der Szene herrscht trotz Boom der Sportart Unbehagen. Die Frauen wehren sich gegen Kleidervorschriften des Internationalen Handball Verbands, kurz IHF. Denn dort steht im Reglement: "Frauen sollten Bikinis tragen. Das Oberteil sollte ein eng anliegender Sport-BH mit tiefen Ausschnitten an den Armen sein. Das Höschen darf an den Seiten nicht mehr als zehn Zentimeter Tiefe haben."
Nun wehren sich aber vereinzelt Verbände gegen diese Vorschriften. Die norwegische Nationalspielerin Katinka Haltvik sagt gegenüber dem "Dagbladet": "Das Pflicht-Outfit ist sehr unangenehm und unpraktisch, denn wir schwitzen und der Sand scheuert überall. Das Spiel sollte im Vordergrund stehen und nichts anderes." Speziell an der Regelung ist nämlich, dass diese Vorschriften nur für internationale Turniere gelten.
"In der nationalen Meisterschaft gibt's keine solchen Vorschriften", sagt die Schweizer Nationaltrainerin Manuela Strebel gegenüber dem "Blick". Strebel selbst hat auch schon an der EM teilgenommen und war Nationalspielerin. "Ich habe dann mit einer Hose gespielt, die gerade noch an der Grenze war. Aber es ist nicht wirklich lässig, wenn die Fotografen am Boden sitzen und dir zwischen die Beine fotografieren."
Der Verband hat jedoch nicht reagiert, es passierte nichts. Und auch die Norwegerin Haltvik sieht Handlungsbedarf. Sie berichtet gar von Fällen, in denen Spielerinnen wegen der Bikini-Regel den Sport nicht ausführen wollten und beim normalen Handball geblieben sind.