In Wiener Bus

Frauen mit Kopftuch beklebten Wiener mit SJ-Pickerln

Drei junge Frauen pickten Fahrgästen ungefragt Sticker der Sozialistischen Jugend (SJ) auf den Rücken. Nun ist die Aufregung groß.

Wien Heute
Frauen mit Kopftuch beklebten Wiener mit SJ-Pickerln
Drei junge Frauen sollen in Wien-Floridsdorf Fahrgäste des 28A mit Stickern der Sozialistischen Jugend beklebt haben.
zVg

Vier Stationen lang soll es vergangenen Freitag gegen 14 Uhr den Fahrgästen eines voll besetzten Busses der Linie "28A" nicht aufgefallen sein, dass ihnen drei junge Frauen heimlich fünf mal fünf Zentimeter große Pickerln auf den Rücken klebten. Aufschrift: "Kein Platz für Rechtsextremismus – Sozialistische Jugend Wien".

Erwischtes Mädchen-Trio flüchtete

Erst nachdem ein älterer Fahrgast das heimliche Treiben der Mädchen entdeckt und diese deutlich zur Rede gestellt hatte, ergriffen die Täterinnen lautstark an der nächsten Haltestelle die Flucht, erfuhr "Heute". Christine B., die Zeugin des Vorfalls wurde, wandte sich an Alt-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek: "Die Mädchen trugen Kopftücher, hatten jeweils einen ganzen Block solcher Pickerln in Händen und unterhielten sich in einer mir nicht geläufigen Sprache. Sie waren geschätzt zwischen 12 und maximal 14 Jahre alt".

Alt-Bezirksrat sieht Handlungsbedarf bei Stadtchef

Für Schimanek steht ganz klar fest: "Bürgermeister Ludwig, auch Parteivorsitzender der SPÖ-Wien, hat hier akuten Handlungsbedarf. Er muss die 'Sozialistische Jugend' und deren angebliche Zukunftshoffnungen der SPÖ umgehend in die Pflicht nehmen. Zudem rate ich Ludwig, einmal ernstlich darüber nachzudenken, ob er durch weiteres Verniedlichen und Nichthandeln möglicherweise einem muslimischen Wiener Bürgermeister nicht den roten Teppich auslegt".

Künftigen Zeugen ähnlicher Vorfälle rät Schimanek, ohne Aufsehen den jeweiligen Buslenker oder Straßenbahnführer zu informieren, die Schließung der Türen an der nächsten Haltestelle und die Verständigung der Polizei via Notwurf 133 einzufordern – oder selbst die Polizei anzurufen.

Sozialistische Jugend distanziert sich

Von der Sozialistischen Jugend (SJ) heißt es dazu: "Die Sticker kann jeder kostenlos bestellen. Was damit geschieht, liegt nicht in ihrer Hand. Sollte sich das so zugetragen haben, wie geschildert, dann lehnen sie so etwas natürlich ab."

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Auf den Punkt gebracht

  • Drei junge Frauen haben Fahrgästen in einem Wiener Öffisbus ungefragt Sticker der Sozialistischen Jugend auf den Rücken geklebt, was für Ärger sorgte
  • Nachdem ein älterer Fahrgast sie zur Rede stellte, flüchteten die Täterinnen, und ein Zeuge fordert nun Maßnahmen von Bürgermeister Ludwig gegen die "Sozialistische Jugend"
  • Alt-Bezirksrat Schimanek rät künftigen Zeugen ähnlicher Vorfälle, den Buslenker zu informieren, die Türen zu schließen und die Polizei zu verständigen
red
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