Szene

Frauenakte als Kraftquelle gegen Google

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:56

Mathias Döpfner ist nicht nur Chef von Springer, einem der mächtigsten Medienkonzerne Europas ("Bild", "Welt"). Er ist auch leidenschaftlicher Sammler zeitgenössischer Kunst und Betreiber eines Ausstellungshauses, der Villa Schöningen in Potsdam.

Mathias Döpfner ist nicht nur Chef von Springer, einem der mächtigsten Medienkonzerne Europas ("Bild", "Welt"). Er ist auch leidenschaftlicher Sammler zeitgenössischer Kunst und Betreiber eines Ausstellungshauses, der Villa Schöningen in Potsdam.

Nun zeigt er erstmals in seiner "Villa Henkel" seine Kunstschätze, ausschließlich Frauenakte, künstlerische Spitzenwerke vom Expressionismus bis zur Pop-Art. Zur Eröffnung gab sich Deutschlands Prominenz die Ehre. Vor Entertainern wie Günther Jauch oder Kulturgrößen wie Opernchef Jürgen Flimm zeigt sich Döpfner als begeisternder Gesprächspartner, der mit viel Sachkunde die Lust auf Kunst besser zu wecken vermag als mancher Kunsthistoriker. Döpfner erweist sich auch mit dem von ihm ohne öffentliche Gelder betriebenen Museum und Ausstellungshaus Villa Schöningen als Mäzen.

Die herrlich renovierte Villa eines preußischen Adeligen und Generals liegt an der Glienicker Brücke, die im Kalten Krieg Schauplatz eines abenteuerlichen Agentenaustausches war. Wer mehr über Bond und Co. wissen will, wird hier fündig. Das Obergeschoß ist zeitgenössischen Kunstausstellungen gewidmet. Den Auftakt machte vor sechs Jahren die Ausstellung "1989", in der ich in Anwesenheit von Angela Merkel und Michael Gorbatschow Kunstwerke zum Zusammenbruch des Kommunismus vorstellte.

Spitzen-Museumsleute wie Max Hollein gestalten auf Bitte von Döpfner Top-Ausstellungen von Warhol bis Baselitz. Zurzeit ist Malerfürst Lüpertz zu sehen. Döpfner erweiterte den Giganten Springer gewinnträchtig um digitale Mediengeschäfte und führt einen Kampf gegen Google. Dabei geben ihm seine wunderbaren Frauenakte Kraft und Muße. Ansonsten gilt für Gentleman Döpfner, was Fiat-Chef Gianni Agnelli einmal sagte: "Ich spreche lieber mit Frauen als über Frauen." Hoch lebe die Kunst.

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