Frauenwahlrecht in Wien feiert 100. Jubiläum

Das allgemeine Frauenwahlrecht in Österreich trat bereits 1918 in Kraft. In Wien fanden die ersten Wahlen unter Beteiligung der Frauen am 4. Mai 1919 statt.

"Am 4. Mai 2019 ist es genau 100 Jahre her, dass alle Wienerinnen bei der Gemeinderatswahl wählen durften – und dass sie selbst gewählt werden konnten", erklärte Frauenstadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) am Donnerstag. Um dem Jubiläum am Samstag zu gedenken, warf sich die Stadträtin gemeinsam mit den rot-grünen Gemeinderätinnen im Gemeinderatssaal des Wiener Rathauses in Pose.

"Was heute selbstverständlich ist, wurde vor 100 Jahren hart erkämpft. Wir setzen uns mit aller Kraft für Frauenrechte und die Gleichstellung von Frauen ein, in allen Bereichen. Es ist wichtig, Tag für Tag für gleiche Chancen und gleiche Rechte für Frauen einzutreten".

"Erste Gemeinderätinnen als Pionierinnen"

Die ersten Gemeinderätinnen, darunter etwa Adelheid Popp, waren für Gaal Pionierinnen: "Sie setzten sich – genauso wie ihre Nachfolgerinnen im Gemeinderat bis heute - für Frauenrechte und Gleichstellung ein". Zugleich seien sie Vorbilder für die heutigen Gemeinderätinnen, die Frauen und ihre Leistungen sichtbar machen würden.

Gemeinderatswahlen vom 4. Mai 1919

Bei der Gemeinderatswahl am 4. Mai 1919 galt in Wien erstmals das Allgemeine Wahlrecht für alle Männer und Frauen. Frauen konnten erstmals in Wien wählen und kandidieren. Der Gemeinderat konstituierte sich 18 Tage später am 22. Mai 1919.

22 von 165 Abgeordneten waren Frauen – darunter Adelheid Popp, Leopoldine Glöckel, Luise Appelfeld, Aline Furtmüller und Anna Boschek. 16 Abgeordnete kamen aus der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, sechs aus der Christlich-Sozialen Partei.

Das sind Wiens erste Gemeinderätinnen:

(Bild: ANNO/Österreichische Nationalbibliothek, aus der Zeitung Wiener Bilder)

Die Gemeinderätinnen hatten unterschiedlichste Biografien: Vertreten waren eine Gewerkschafterin, eine Arbeiterin, eine Hausfrau, eine Lehrerin oder auch eine Sozialarbeiterin.

Geehrt werden die ersten Gemeinderätinnen auch im Rahmen der Pionierinnengalerie "Stadt der großen Töchter" im Rathaus. Auf der Stiege 8 sind die feministischen (Vor-)Kämpferinnen, wie Adelheid Popp, Johanna Dohnal oder Barbara Prammer auf rund 20 Tafeln verewigt und zu besuchen. (lok)

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