Österreich

Freie Fahrt auf A4: 38 Mal war Pannenstreifen offen

Heute Redaktion
13.09.2021, 19:09

Bilanz nach 100 Tagen: Laut Asfinag sorgte die "dritte" Fahrspur 38 Mal für flüssigeren A4 zwischen Simmeringer Haide und dem Knoten Schwechat. Weitere Freigaben sind geplant.

Eine erste Bilanz nach 100 Tagen Pilotprojekt Pannenstreifen-Freigabe in Österreich zeigt: 38 Mal sorgte die „dritte" Fahrspur laut Asfinag bisher für flüssigeren Verkehr auf der A 4 zwischen der Simmeringer Haide und dem Knoten Schwechat.

Im Schnitt blieb der Pannenstreifen auf den vier Kilometern pro Freigabe knapp eine Stunde (50 Minuten) für den Verkehr geöffnet. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Pkw war im Schnitt um vier Stundenkilometer höher als bei gleicher Verkehrsmenge früher auf zwei Spuren. Unfälle und Verkehrsbehinderungen blieben aus, und auch die neue Technik und Sensorik funktionierten einwandfrei.

„Wir erreichen mit unserem innovativen Pilotversuch einer temporären zusätzlichen Fahrspur ein Drittel mehr Kapazität und somit positive Effekte auf den Verkehrsfluss. Die ersten Ergebnisse bestätigen uns, dass das neue System eine richtige Antwort auf Verkehrsüberlastung in Ballungsräumen zu den Stoßzeiten ist", so Verkehrsminister Norbert Hofer (FP) als Initiator der Pannenstreifen-Freigabe.

Weitere Standorte für Pannenstreifen-Freigabe geplant

„Viele positive Rückmeldungen von Lenkerinnen und Lenkern bestätigen: Diese rasch umgesetzte Innovation für weniger Stau hat sich bislang bestens bewährt und wird gut angenommen", sagt Asfinag-Vorstandsdirektorin Karin Zipperer, „wir wollen daher in der nächsten Zeit auch an anderen Standorten eine temporäre Freigabe des Pannenstreifens bei Verkehrsüberlastung umsetzen."



Durchschnittlich war der Pannenstreifen auf der A 4 seit Mitte Juli pro Öffnung knapp eine Stunde (50 Minuten) frei befahrbar. Wobei die Zeitspannen jedoch stark schwanken: Die Hälfte der Freigaben dauerten nämlich nicht länger als 30 Minuten. Längere „Öffnungszeiten" bewegen sich zwischen einer und knapp drei Stunden. Während es bei keiner der 38 Pannenstreifen-Freigaben Unfälle oder technische Probleme gab, konnte die Asfinag in einigen Fällen aufgrund von Autos oder Hindernissen am Pannenstreifen diesen nicht freigeben, obwohl es die Rechensysteme vorschlugen.

Auch wegen Lenkern, die die neuen Pannenbuchten verbotenerweise für kurze Halts nützten, musste die Freigabe ein paarmal unterbrochen werden. Die Asfinag appelliert daher, die Pannenbuchten nur in wirklichen Notfällen anzufahren.



Die Asfinag plant weitere Projekte zur temporären Freigabe von Pannenstreifen: Auf beiden Richtungsfahrbahnen der A1 Westautobahn bei Salzburg (Wallersee bis Salzburg Nord) und der A 12 Inntal-Autobahn bei Innsbruck (Innsbruck West bis Zirl Ost). (wes)

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