Nach jahrelangen Ermittlungen ist von der sogenannten Zivildiener-Affäre im Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH) in strafrechtlicher Hinsicht nicht viel übrig geblieben.
Im Straflandesgericht sind am Donnerstagnachmittag der langjährige AKH-Personalchef, die ehemalige Pflegedirektorin sowie der Leiter einer Reinigungsfirma vom Vorwurf der Untreue im Zweifel freigesprochen worden.
"Ich habe keinen Hinweis gefunden, dass Sie in die ganze Angelegenheit involviert waren", beschied Richterin Stephanie Öner dem Personalchef, der als Lehrling im AKH begonnen hatte und in den folgenden Jahren die Karriereleiter emporgeklettert war. Bei der Ex-Pflegedirektorin fehlte es laut Öner an einer Schädigungsabsicht sowie dem Vorsatz in Richtung Anstiftung zu einem strafbarem Verhalten, beim Firmenchef "spricht nichts dafür, dass Sie dem AKH einen Schaden zufügen hätten wollen", so die Richterin.
Die Angehörigen, Bekannte und Arbeitskollegen des AKH-Personalchefs applaudierten bei der Verkündung der Freisprüche heftig. Nach Schluss der Verhandlung wurden vor dem Gerichtssaal Fotos gemacht. "Ein Siegerfoto", verlangte eine Dame. Sodann wurden mit Smartphones entsprechende Bilder angefertigt.
Die Freisprüche sind nicht rechtskräftig. Staatsanwalt Roman Reich gab vorerst keine Erklärung ab.