Britin fliegt mit "Tiger Moth" nach Australien

Am Montag musste Amanda Harrison (46) wegen einer Vogel-Kollision in Wien zwischenlanden. Jetzt ist der Schaden behoben und es kann weitergehen.
Wenn der Wettergott mitspielt, kann Amanda Harrison (46) ihren Solo-Flug von England nach Australien (rund 15.000 Kilometer) Freitagmorgen fortsetzen. Eine Kollision mit einem Vogel, beim Landeanflug auf den Flughafen Wien, hatte sie zu einem längeren Zwischenstopp gezwungen. Jetzt ist der Schaden behoben. Obwohl sie zuerst befürchtete, dass ein Techniker aus England kommen muss, konnte sie das Problem selber lösen. Nagellack hat den defekten Propeller neu versiegelt. Nächster Stopp: Sibiu (Rumänien). Mit ihrem Langstreckenflug eifert sie nicht nur ihrem Vorbild, Flug-Pionierin Amy Johnson nach, sondern erfüllt sich damit auch einen Lebenstraum. Dafür verkaufte sie, nachdem sie den Krebs besiegt hatte, sogar ihr Haus.

Pilotin träumte schon als Kind vom Fliegen

Seit sie mit 14 zum ersten mal in einem Flugzeug saß, hat Amanda vom Fliegen geträumt. Es war aber ein weiter Weg vom kleinen Mädchen zur toughen Pilotin. Vom 15. Lebensjahr an sparte sie jeden Cent. Arbeitete neben Schule und Uni in zahlreichen Jobs, unter anderem als Zimmermädchen, um sich ihren Privatpilotenschein zu finanzieren. Dann schlug das Schicksal zu. Nach den Terroranschlägen vom 11. September gab es kaum Jobs in der Luftfahrt-Branche.

Erfüllung des Lebenstraums nach schweren Schicksalsschlägen

Doch durch ihre Hartnäckigkeit wurde sie Jet-Pilotin bei einer Charter-Flugline. Doch kaum im Traumjob angekommen folgte im November 2017 eine Schock-Diagnose: Krebs. Im Jänner 2018 folgte der nächste Schicksalsschlag: Ihr Vater starb. "Mein Vater hat mich für die Fliegerei begeistert", erzählt sie. Er hat immer Flugzeug-Modelle gebaut. Hatte aber nie die Chance selber zu fliegen", so Amanda. Nach mehreren Operationen hatte sie den Krebs besiegt. Damit stand der waghalsigen Expedition nichts mehr im Weg. Dass sie trotz Dyslexie (eine Lernschwäche, Anm.) einen Uni-Abschluss mit Auszeichnung hinlegte, überrascht da wohl kaum noch. Ihre Reise wird ausschließlich aus Ersparnissen und von hilfsbereiten Menschen finanziert.

CommentCreated with Sketch.0 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Solo-Flug nach Australien in 36 Flug-Tagen

"15 Jahre hat es gedauert bis ich das Geld für meinen Solo-Flug zusammen hatte", sagt Harrison. "2015 habe ich meine "Ivy" (so heißt Amanda's Flugzeug, Anm.) gekauft", beschreibt sie den größten Meilenstein auf der abenteuerlichen Expedition.

Seitdem ist sie auf den Spuren von Amy Johnson unterwegs. 1930 flog die Flugpionierin als erste Frau allein von England nach Australien. Insgesamt 36 Flug-Tage hat sie für die lange Reise veranschlagt. Das bedeutet aber nicht, dass die ganze Reise nur 36 Tage dauert. Wenn das Wetter nicht mitspielt, kann es schnell sehr ungemütlich in der ungeheizten, offenen Maschine werden. Auch technische Probleme können zu Verzögerungen führen.

Doppeldecker-Flugzeug "Ivy" mit 130 PS

Die "Tiger Moth" machte ihren Erstflug 1931. Die Flugzeuge haben 130 PS und machen etwa 140 Km/h. Amandas "G-AXAN", Kosename "Ivy" flog zum ersten Mal 1942. Im zweiten Weltkrieg wurde sie zur Grundausbildung von "Spitfire"-Jagdpiloten benutzt. Nach dem 2. Weltkrieg geriet sie jahrzehntelang in Vergessenheit bis sie "Ivys" Vorbesitzer wieder aus dem Dornröschenschlaf holte.

Mehr Informationen zu Amanda und ihre Reise gibt es hier.



TimeCreated with Sketch.; Akt:
WienNewsWienFlugzeug

ThemaCreated with Sketch.Mehr zum Thema

CommentCreated with Sketch.Kommentieren