"Silvestershow" fällt durch

"Fremdschämen" – Fans zerreißen ORF-Show mit Hans Sigl

Schwache Quoten, böse Kommentare. Die ORF-"Silvestershow" zog viel Kritik nach sich. Auch Moderator Hans Sigl bekam sein Fett weg.

Heute Entertainment
"Fremdschämen" – Fans zerreißen ORF-Show mit Hans Sigl
Francine Jordi und Hans Sigl feierten mit vielen prominenten Gästen den Jahreswechsel.
BR/Kimmig Entertainment GmbH/ORF

"Die große Silvestershow" gehört zum Jahreswechsel wie Sekt, "Dinnner for One" und Feuerwerk. Heuer war es das zweite Mal, dass Hans Sigl an der Seite von Schlagerstar Francine Jordi die ORF-Zuschauer ins neue Jahr begleitete. Doch trotz eines bunten Staraufgebots, darunter Christina Stürmer, DJ Ötzi und Melissa Naschenweng, blieb die Sendung hinter den Erwartungen. Auch der "Bergdoktor"-Star bekam nicht zu knapp sein Fett weg.

Der Party-Funke wollte nicht ganz zünden

Schon vor der Ausstrahlung wurden kritische Stimmen laut, die bemängelten, dass die Sendung bereits Anfang November in Offenburg vor-aufgezeichnet wurde. Ein Vorwurf, den Sigl, in der "NDR Talkshow" darauf angesprochen, entkräftet. Dank "3.000 wahnsinniger Motto-Party-Freaks" sei es ihm ein Leichtes gewesen, in die richtige Silvester-Stimmung zu kommen: "Du gehst raus und sagst 'Herzlich willkommen' und du glaubst, es ist Silvester."

Bei dem ein oder anderen X-(vormals Twitter)-User scheint der Party-Funken dennoch nicht übergesprungen zu sein.

Auch, dass die auftretenden Künstler ausschließlich Playback gesungen haben, wurde vorab und während der Sendung auf X heftig zerrissen. Sigl dazu im Interview mit dem Nachrichtenportal "t-online": "Wenn man wie wir einen musikalischen Abend mit vielen Künstlern bestreitet, wäre ein technischer Umbau für Live-Auftritte mitunter gar nicht zu stemmen", so der Moderator.

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    "Bergdoktor"-Stars unter sich: Hans Sigl und Mark Keller 
    "Bergdoktor"-Stars unter sich: Hans Sigl und Mark Keller 
    Zengel, Dirk / Action Press / picturedesk.com

    Dazu passt, dass ausgerechnet Sigl es war, der mit einer A-Cappella-Version des Austropop-Hits "Gel' du magst mi" von Ludwig Hirsch – einem "L'Amour-Hatscher oder Hosentürl-Reiber", wie er den deutschen Zuschauern erklärte – für ein gelungenes Show-Highlight sorgte.

    "Entsetzlich, untalentiert, zum Fremdschämen"

    Dennoch muss sich der "Bergdoktor"-Star in den Sozialen Medien so einiges anhören bzw. lesen. "Wie entsetzlich... Hans Sigl ist so untalentiert als Moderator... zum Fremdschämen", zieht eine Userin schonungslos vom Leder. Oder: "Du, Moderator, Herr Sigl, man muss nicht alles zerquatschen!!!". Eine andere fügt an: "Werde nie verstehen, warum manche Leute nicht ihren Beruf darin ausüben, worin sie wirklich gut sind." Auch Scherze über bzw. mit Sigls Vorgänger Jörg Pilawa werden gemacht.

    Doch nicht nur der 54-Jährige, auch seine Kollegin Francine Jordi wird online ein wenig durch die Mangel gedreht: "Die Moderatorin kann besser singen als moderieren. Auch eine Leistung."

    Die Sendung biete "Unterhaltung, Party und tolle Spiele", so Sigl – eine Kombination, mit der viele TV-Zuschauer nur wenig anfangen konnten. Das belegt auch ein Blick auf die Quote. Wie DWDL berichtet, verfolgten insgesamt 2,37 Millionen in Deutschland "Die große Silvestershow" in der ARD. Das ergibt das einen Gesamt-Marktanteil von 12 Prozent. Durchaus okay, reicht aber nicht für den Quotensieg. Der geht eindeutig an Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner. Ihre ZDF-Live-Show "Willkommen 2024" vom Brandenburger Tor verfolgten durchschnittlich 3,11 Millionen (Gesamt-Marktanteil 15,9%).

    Quoten okay, aber kein Silvester-Kracher

    Auch im ORF bissen Sigl und Jordi kräftig gegen die Konkurrenz ab. Nur 364.000 Zuschauer waren auf ORF2 dabei (Gesamt-Marktanteil 19%) – zu wenige, um es überhaupt in die Tages-Top-5 zu schaffen. Zum Vergleich: "Dinner for One" verfolgten in der zigsten Wiederholung knapp vor Mitternacht 426.000 Zuschauer (23%)

    Auch wenn die "Silvestershow" zweifelsohne viele Fans haben mag, auf X lassen die User kaum ein gutes Haar an der Sendung – siehe Kommentare weiter unten. Die gute Nachricht für alle Kritiker: Bis zur nächsten Ausstrahlung sind es – Schaltjahr sei Dank – ganze 366 Tage. Und, wer weiß, vielleicht heißt es ja dann für die beiden: "Gel' wir mögen euch".

    red
    Akt.