Wegen "Versprechen" Freund (29) mit Polster erstickt

Der 36-jährige Angeklagte mit seinem Verteidiger Andreas Mauhart Montagvormittag im Landesgericht Linz.
Der 36-jährige Angeklagte mit seinem Verteidiger Andreas Mauhart Montagvormittag im Landesgericht Linz.Team fotokerschi
Ein Linzer soll vergangenen September seinen Freund beim Selbstmord unterstützt haben. Auch Tötung auf Verlangen war Teil der Anklage. Verurteilt.

Er habe seinem Freund gegenüber nur das Versprechen einhalten wollen, ihn bei seinem Sterbewunsch zu unterstützen, erklärte der Linzer (36) damals gegenüber der Justiz.

Die beiden Männer leiden an psychischen Problemen, lernten sich laut Anklageschrift während eines stationären Aufenthalts im Linzer Neuromedcampus kennen. Schon lange vor der Tat soll der 29-Jährige mit ihm über Selbstmord gesprochen haben.

Nachdem sich Ende September die Freundin des 29-Jährigen von diesem trennte, bat dieser den Angeklagten ihm Tabletten zu besorgen. Er wolle sich mit einer Überdosis das Leben nehmen. In der Wohnung des 36-Jährigen im Linzer Franckviertel war es dann zu der Tat gekommen. 

Nach Tabletten-Überdosis mit Polster und Decke erstickt

80 Tabletten nahm das Opfer spätabends ein. Während der Nacht soll der 29-Jährige Krämpfe bekommen haben, geröchelt und stundenlang in einem lethargischen Zustand gewesen sein.

Der Beschuldigte soll deshalb, wie vereinbart, den Sterbenden von seinen Qualen erlöst haben - nahm einen Polster und eine Decke und drückte ihm beides ins Gesicht bis er schließlich erstickte. 

Der Angeklagte musste sich Montagvormittag wegen Tötung auf Verlangen und Mitwirkung am Selbstmord vor dem Linzer Landesgericht verantworten. Es drohten bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe. 

Der 36-Jährige soll an einer schizoaffektiven Psychose leiden, war laut Staatsanwaltschaft aber zum Zeitpunkt der Tat zurechnungsfähig, da er medikamentös gut eingestellt sein soll.  

Das Urteil

Der Angeklagte wurde zu 20 Monaten Haft, davon 19 bedingt, verurteilt. Sein Geständnis und, dass er sich selbst gestellt hat, wurden mildernd gewertet. Zudem muss der Mann weiter in psychiatrischer Behandlung bleiben. Den unbedingten Strafteil hat er bereits mit der U-Haft abgesessen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. 

Suizidgedanken? Holen Sie sich Hilfe, es gibt sie.

In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen - außer, Suizide erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.

Wenn Sie unter Selbstmord-Gedanken oder Depressionen leiden, dann kontaktieren Sie die Telefonseelsorge unter der Nummer 142, täglich 0-24 Uhr

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