Die Freunde hatten sich bei der Planung ihrer Tour offenbar überschätzt: Mittwochnacht mussten vier Tschechen, die zum Canyoning ins steirische Gesäuse aufgebrochen waren, aus einer misslichen Lage befreit werden. "Anhand der Meldung sind wir davon ausgegangen, dass vier Wanderer im Bereich Bruckgraben in eine alpine Notlage geraten sind", schildert Stefan Schröck vom Alpinen Rettungsdienst gegenüber der "Kleinen Zeitung".
Eine Stunde nach Beginn der Suche konnten die Männer in Not endlich telefonisch erreicht werden. Die Naturfreunde waren ohne Guide und mit schlechter Ausrüstung zum Canyoning gefahren. Das einzige Seil, das sie dabei hatten, war zu kurz – sie konnten nicht mehr weiter und steckten fest. Wirklich bitter für die Tschechen: "Sie sind insgesamt 15 Stunden im zehn Grad kalten Wasser gestanden", so Schröck weiter.
Die Rettunsgaktion erwies sich als herausfordernd: 12 Bergretter mussten in den Bruckgraben abgeseilt werden. "Es gibt einen Steig, der zu einem Bergepunkt führt. Eine Stunde lang hat der Weg dorthin gedauert." Weitere zwei Stunden dauerte es, die vier Männer aus der Schlucht zu holen. Auch deshalb, weil in dem Bereich Bahngleise zu überqueren sind. Der Fahrdienstleiter der ÖBB musste von den Helfern mehrmals angerufen werden, um auszuschließen, dass ein Zug vorbeifährt.
Der Bruckgraben gilt als einer der schwersten Canyoning-Touren im Osten Österreichs, das schlechte Wetter und der hohe Wasserstand erschwerten die Lage zunehmend. Doch die vier Tschechen konnten letztlich gerettet werden.