Freundin erdrosselt: Kein Mordprozess

Besiegelte eine Fischvergiftung das traurige Schicksal von Sarah D.? Ihre paranoide Partnerin Jennifer Z. soll sie mit einem Hotel-Bademantelgürtel erdrosselt haben. Nun ist sie zu krank fürs Gefängnis.
Sie ist nicht in Untersuchungshaft, sondern wird "vorläufig angehalten"– auf der Psychiatrie. Sie wird von der Justiz als "Betroffene", nicht als "Angeklagte", geführt.

Und nun wird ihr Anfang April auch kein Mordprozess gemacht – Geschworene müssen bei dem Verfahren (Vorsitz führt "Sigi-Maurer-Richter" Stefan Apostol) lediglich über einen "Antrag der Staatsanwaltschaft auf Anstaltsunterbringung" entscheiden.



CommentCreated with Sketch.31 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Dabei soll Jennifer Z. am 15.9.2018 ihre On-Off-Freundin Sarah D. – wie berichtet – in einem Hotel in Wien-Favoriten erdrosselt haben – es gilt die Unschuldsvermutung. Laut Gutachter Peter Hofmann war die 31-Jährige aufgrund einer

"seelischen Abartigkeit höheren Grades" nicht zurechnungsfähig.

Sie leidet an Schizophrenie. Die Krankheit dürfte von einer Fischvergiftung im Kroatien-Urlaub ausgelöst worden sein. Während ihre Partnerin rasch wieder genesen war, wurde Jennifer Z. paranoid, aß kaum noch und verlor massiv an Gewicht. Den konsultierten Ärzten warf sie vor, sie vergiften zu wollen.



Kurz vor der Tat entließ sie sich daher gegen Revers selbst aus der Psychiatrie des AKH. Da hielt sie bereits ihr komplettes Umfeld für "Söldner der Pharmaindustrie"

Auch ihr Zuhause sei "belastet". Um abschalten zu können, buchten sich die Frauen übers Wochenende im Hotel ein. In Suite 340 soll es zum tödlichen Streit gekommen sein.

"Hör' endlich auf zu sagen, dass ich dich nicht liebe und nicht will", wurde geschrien. Später soll Jennifer Z. ihrer Partnerin, die sie zuvor betäubt hatte, den Bademantelgürtel um den Hals gelegt haben und sie aufgefordert haben, "endlich die Wahrheit zu sagen".

Sarah D. brachte keinen Ton mehr heraus. Dann – so der Vorwurf – zog Jennifer Z. noch zweimal fest zu. Dreieinhalb Minuten lang. Als sie keinen Puls mehr am Handgelenk ihrer Freundin fühlte, lief sie zur Rezeption und sagte: "Bitte rufen Sie die Polizei. Meine Freundin liegt tot am Boden." Nun trauert sie laut Anwältin Astrid Wagner um Sarah D.: "Sie bereut und vermisst sie sehr."

ThemaCreated with Sketch.Mehr zum Thema

Nav-AccountCreated with Sketch. Clemens Oistric TimeCreated with Sketch.| Akt:
FavoritenNewsWienMordProzessPolizeieinsatz