Friedhof-Touristen werden zum Ärgernis

Bild: Kein Anbieter/Sabine Hertel
Touristen haben Wiens Friedhöfe als Sehenswürdigkeit entdeckt. Das ärgert die Wiener Fremdenführer und das Marktamt.
Die Wiener Fremdenführer und das Marktamt starten eine Aktion Scharf gegen illegale Touristenführer im Juli. Grund dafür ist, dass die "schwarzen Schafe" weder ausgebildet sind, noch das Hausrecht der Wiener Friedhöfe respektieren. "Heute.at" hat mit einem der illegalen Führer gesprochen.

Illegale Friedhofstour

Roman Rollan (29, Name von d. Red. geändert) ist Komponist und Friedhofsführer aus der Ukraine. Er führt Touristen vor allem zu den Gräbern von berühmten Komponisten. Er ärgert sich: "Ich hab nicht so viele Kunden und nicht jeden Tag einen Auftrag. Für mich ist das mehr ein Hobby. Pro Woche hab ich manchmal nur 1-2 Buchungen. Ich muss das auch machen, wenn nur eine Person auf Airbnb bucht, da kommen oft nur 50 Euro die Woche zusammen. Warum sollte ich einen Gewerbeschein lösen und diese teure Ausbildung machen?"

Ärger bei den Fremdenführern

Die Invasion der Friedhofs-Touristen ärgert Gerti Schmidt, Fachgruppenobfrau der Freizeit- und Sportbetriebe in der Wiener Wirtschaftskammer. Diese illegalen Fremdenführer "sind nicht ausgebildet", ärgert sie sich . Das schlimmste dabei ist, dass sie über keine Erste Hilfe-Ausbildung verfügen. "Hier geht es um die Sicherheit der Gäste", ärgert sich Schmidt. Außerdem verstößt das gegen das Hausrecht der Friedhöfe und stört die Andacht der Trauernden. Darum blasen jetzt die Fremdenführer zusammen mit dem Marktamt zur Jagd auf die Illegalen.

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Ob diese Aktion Scharf gerechtfertigt ist, lässt sich anhand der Zahlen nur schwer sagen. 2018 kontrollierte das Marktamt 363 Fremdenführer, davon waren zehn illegal. 2019 wurden bis Juni 186 Kontrollen durchgeführt. Davon waren zehn unbefugt. (kla)

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