Frisst uns dieser Käfer unseren ganzen Wald weg?

Besonders vom Borkenkäfer betroffen sind das Mühlviertel, der Zentralraum und der Bezirk Eferding. Aber auch das Innviertel und das gesamte Alpenvorland. Die Karte zeigt den Befall im August.
Besonders vom Borkenkäfer betroffen sind das Mühlviertel, der Zentralraum und der Bezirk Eferding. Aber auch das Innviertel und das gesamte Alpenvorland. Die Karte zeigt den Befall im August.Bild: Land OÖ
Die Lage ist dramatisch. In OÖ sind große Teile des Fichtenwaldes vom Borkenkäfer bedroht. Es drohen Schäden bis zu 100 Millionen Euro.
In den Wäldern in OÖ spielt sich derzeit ein wahres Drama ab. Überall wütet der Borkenkäfer, besonders in den Gebieten in den Bezirken Perg, Urfahr-Umgebung und Eferding.

Betroffen sind vor allem Fichten (mit 63 % häufigste Baumart in OÖ), und hier wiederum kranke Bäume. Etwa solche, die unter "Trockenstress" leiden, also zu wenig Wasser bekommen haben.

Das trifft die Fichten besonders häufig, weil diese Baumart eigentlich aus dem Gebirge kommt, Niederschlag und nicht zu hohe Temperaturen gewöhnt ist.

Bei uns ist der so genannte "Buchdrucker" das Problem. Dieser Borkenkäfer ist 4,2 bis 5,5 Millimeter lang. Mit jeder Generation verzehnfacht sich die Anzahl der Weibchen. Bei hohen Temperaturen und wenig Niederschlag kommt es zur Massenvermehrung. Wenn der Baum zu stark befallen ist, stirbt er ab. Weil in den Jahren mit starkem Käferbefall so viel Fichtenholz gefällt werden muss, verfällt der Preis – was hohe Schäden für die Bauern bedeutet.
Hitze und Klimawandel

"Wir sehen, dass durch die Klimaveränderung mit deutlich weniger Niederschlägen und erhöhten Temperaturen gerade die Fichte nicht mehr zurecht kommt", so Agrarlandesrat Max Hiegelsberger.

CommentCreated with Sketch.5 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Er warnt weiter: "Es besteht eindeutig die Gefahr, dass wir in vielen Teilen Oberösterreichs den Wald in seiner Gesamtheit verlieren."

Landesrat Max Hiegelsberger rechnet mit 100 Millionen Euro Schaden.
Landesrat Max Hiegelsberger rechnet mit 100 Millionen Euro Schaden.
„Die Hauptschadensgebiete sind nach wie vor das Muhlviertel, der Zentralraum und der Bezirk Eferding. Aber auch das Innviertel und das gesamte Alpenvorland sind stark betroffen. Der uberwiegende Teil fallt im Bauernwald und im Kleinprivatwald an.", so Landesrat Hiegelsberger.



1.500 LKW-Holzzüge Schadholz


Laut Land OÖ sind heuer bereits 500.000 Festmeter Borkenkäfer-Schadholz angefallen. Das ist die dreifache Menge des Vorjahres, entspricht 1.500 LKW-Holzzügen.

Das Land unterstützt Betroffene mit einem Zehn-Punkte-Maßnahmenkatalog. So wird etwa das Verhacken von Restholz gefördert, auch das Entrinden von Schadholz wird stark unterstützt.

(rep)

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