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Für die FIS existiert der Hirscher-Ski nicht

Heute Redaktion
Für die FIS existiert der Hirscher-Ski gar nicht.
Für die FIS existiert der Hirscher-Ski gar nicht.
gepa, FIS

Im vergangenen Sommer wechselte Ski-Ass Henrik Kristoffersen völlig überraschend zur Skimarke seines langjährigen Rivalen Marcel Hirscher, ist der erste Star, der auf "Van Deer" vertraut. Mit Erfolg, schließlich konnte der Norweger bereits zwei Saisonsiege einfahren, triumphierte in den Slaloms von Garmisch und Wengen. Die Siege des Edel-Technikers wurden euphorisch gefeiert, das Material aber nicht. Denn Kristoffersen fuhr auf einer Skimarke, die es laut FIS gar nicht gibt. 

Blickt man in die offiziellen Startlisten und Ergebnis-Tabellen des Ski-Weltverbandes, so ist die Spalte, in der die Skimarke festgeschrieben sein sollte, einfach leer. Weder "Van Deer", noch "Van Deer Red Bull Sports", wie die Skimarke offiziell heißt, ist angeführt. Stattdessen gibt es eine Lücke. Selbiges gilt für Kristoffersens Landsmann Timon Haugan und den Briten Charlie Raposo, die ebenfalls auf Hirschers Marke vertrauen.

Logo weiter abgeklebt

Das zeigt sich auch bei den Weltcuprennen. Denn da darf das "Van Deer"-Logo nicht zu sehen sein, Kristoffersen und seine Markenkollegen müssen das am Ski angebrachte Markenzeichen stets abkleben. Ausschlaggebend dafür ist der Bulle, das Markenzeichen des österreichischen Energydrink-Herstellers und langjährigen Hirscher-Sponsors, der Teil des "Van Deer"-Logo ist. Ein Hirsch und ein Bulle zieren den Ski. Zu klären sei, ab wann es sich um eine eigenständige Produktidentität handelt. 

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    Derartige Sponsorings auf einem Ski sind laut FIS-Reglement allerdings untersagt. Zu Saisonbeginn hoffte man noch, eine schnelle Einigung zu erzielen. Allerdings kam es zu dieser Übereinkunft nicht. Und das, obwohl die heimische Skimarke noch vor dem Flutlicht-Riesentorlauf auf der Planai stolz ankündigte, dass Kristoffersen erstmals mit sichtbarem Logo starten werde. Es kam aber anders, der Norweger fuhr wieder mit schwarzem Klebeband auf dem Ski. 

    Drohung durch die FIS

    "Wir haben relativ kurzfristig vor dem Rennen einen Brief von Herrn FIS-Präsidenten (Johan Eliasch, Anm.) bekommen, in dem Henrik Kristoffersen in Aussicht gestellt worden ist, dass er seine Lizenz verlieren könnte, wenn er mit dem Logo fährt", berichtet "Van Deer"-Mann Toni Giger gegenüber "Laola1". Eine offene Drohung des Ski-Weltverbandes also, der sich der 28-Jährige beugte. "Wir werden es auf keinen Fall zulassen, dass der Sport oder die Athleten als Spielball verwendet werden. Da machen wir nicht mit", so der ehemalige ÖSV-Mann Giger. 

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      Knackpunkt sei, dass das Design "kommerziell erhältlich sein muss. Das war im Oktober noch nicht so. Jetzt ist das ganz eindeutig so, weil man unsere Skier in den Geschäften kaufen kann. Damit haben wir nach Experten-Meinung jetzt alle Voraussetzungen erfüllt", betonte Giger. 

      Eine baldige Einigung, etwa vor der Ski-WM in Meribel und Courchevel, ist nach dem Drohbrief des Ski-Weltverbandes aber wohl vom Tisch. "Es ist nicht so wichtig, ob wir heute mit dem Logo fahren oder nächste Woche oder in zwei Wochen. Irgendwann werden wir mit Logo fahren", stellte Giger klar. Ob die FIS Das auch so sieht...?

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