Deutschland erlebt zunächst ebenfalls einen sehr heißen Donnerstag. Bereits am Vormittag lagen die Temperaturen vielerorts bei rund 30 Grad, regional werden am Nachmittag Werte an der 40-Grad-Marke erwartet.
Gleichzeitig nähert sich von Frankreich eine Wetterzone mit schauerartigem Regen und Gewittern. An ihrer Vorderseite zieht eine sogenannte Konvergenzzone von Westen nach Osten über Deutschland. Sie kann innerhalb kürzester Zeit heftige Windböen auslösen.
Der Deutsche Wetterdienst warnt am Nachmittag und Abend vor Sturm sowie schweren Gewittern. Von Nordhessen und Ostwestfalen über Teile Niedersachsens bis nach Mecklenburg-Vorpommern sind in Gewittern Orkanböen zwischen 120 und 140 km/h möglich.
Dazu können Starkregen mit bis zu 20 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit und Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu zwei Zentimetern auftreten. Der DWD hat für die besonders gefährdeten Gebiete eine Vorabinformation vor Unwettern ausgegeben.
Besonders tückisch: Die gefährlichen Böen treten nicht ausschließlich in Verbindung mit Regen oder Gewittern auf. Auch abseits der Gewitter können in Deutschland verbreitet 70 bis 85 km/h erreicht werden.
Wetter-Experte Jörg Kachelmann warnt deshalb: Die gefährliche Sturmfront sei ein "potentiellen Killer". Sie werde aus heiterem Himmel über viele Menschen, die sich bei der brütenden Hitze im Freien und im Schatten von Bäumen aufhalten, hereinbrechen.
"Das Problem [ist], dass die Sturmlinie am Himmel oft nicht zu sehen sein wird, weil die sonst begleitenden Gewitter oft fehlen." Beim Aufkommen des ersten Windes sei es bereits zu spät, Schutz zu suchen, so der Schweizer: "Dann ist keine Zeit mehr. Man muss vorher von Bäumen weg sein!"
Kachelmannwetter warnt davor, dass der Sturm im Westen Deutschlands bereits ab der Mittagszeit urplötzlich einsetzen könne. Betroffen seien zunächst das Saarland, Rheinland-Pfalz und der Süden Nordrhein-Westfalens. Bis zum Abend zieht die Zone weiter in Richtung Nordosten.
Wer sich in den betroffenen Regionen aufhält, sollte sich bereits vor dem Eintreffen der Front von Bäumen, Baugerüsten und losen Gegenständen entfernen. Sobald der Wind einsetzt, kann sich die Situation innerhalb weniger Augenblicke massiv verschärfen.