Wien

Für Wiens größten Öffi-Fan geht ein Traum in Erfüllung

Marcel (11) ist glühender Fan von U-Bahn, Bus und Co. Dank "Heute" durfte er sich im Wiener Linien Ausbildungszentrum am Simulator beweisen.
Yvonne Mresch
12.04.2022, 16:33

"Die U-Bahn kann auf beiden Gleisen in beide Fahrtrichtungen fahren", erklärt Chefinstruktor der U-Bahn Paul Fortner beim "Heute"-Besuch im Wiener Linien Ausbildungszentrum. "Das weiß ich doch schon", schmunzelt Marcel Stehno (11). Was das Wissen rund um Wiens öffentliches Verkehrsnetz betrifft, macht dem jungen Wiener so schnell niemand etwas nach.

"Er lernte die U-Bahn-Durchsagen auswendig"

"Seit er klein war, haben ihn die Öffis fasziniert", plaudert Mama Lisa aus dem Nähkästchen. "Wir sind meistens öffentlich unterwegs gewesen und er wollte immer weiterfahren und nicht aussteigen." Stundenlang tourte der kleine Marcel, häufig mit seiner Großmutter, durch Wien - von einer Endstation zur anderen, ohne Ziel. Und die Liebe zu U-Bahn und Co. wurde immer stärker. "Er fing an, sich näher damit zu beschäftigen. Er vergrub sich in Geschichtsbüchern, lernte die Stationen auswendig", erzählt die Mutter. Statt Fernsehserien gab es im Hause Stehno Youtube-Videos über U-Bahn-Züge, statt Hörbücher wurden abends die U-Bahn-Ansagen laut gedreht. "Er weiß, wie alle Ansagen gehen und auch wer sie spricht", lacht Lisa. Zuhause ist Marcels Zimmer voll mit "Fanartikeln" - vom U6-Polster bis zum Straßenbahn-Shirt. "Zum Geburtstag wünsche ich mir immer so etwas", erzählt er. 

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen
Von der Decke bis zum Schlüsselanhänger: Marcel (11) ist mit Fanartikeln eingedeckt. "Ich wünsche mir immer etwas zum Geburtstag", sagt er.
Privat

"Egal wo er ist, er findet immer nach Hause"

Im Alltag hat die Öffi-Liebe des 11-Jährigen so manchen Vorteil. "Wir brauchen keine App. Wenn wir irgendwo sind und nicht wissen, wie wir am besten nach Hause kommen, fragen wir Marcel. Er gibt uns dann ein paar Möglichkeiten vor, aus denen wir auswählen können", lachen die Eltern. Auch die Angst, dass sich der Sohn am Weg zur Schule oder zu Freunden verirren könnte, war bei Familie Stehno nie da. "Egal wo er ist, er findet immer nach Hause." Was ihn so an den Verkehrsmitteln interessiert? "Einfach alles", strahlt Marcel. "Ich schaue, wie die Türen auf und zu gehen, wie die Züge einfahren und wegfahren. Ich mag das." Papa Jovan kann das nur bestätigen: "Wenn ich mit ihm fahre, schaut er sich alles genau an. Dann ist er ganz vertieft."

Marcel: "Ich kenne alle Stationen"

Dank "Heute" durfte der junge Öffi-Fan nun das Ausbildungszentrum der Wiener Linien besuchen - ein besonderer Tag für ihn. "Er war so aufgeregt, wir waren schon eine halbe Stunde vorher da. Die Wartezeit hat er dann damit verbracht, die U-Bahn zu beobachten. Wie immer", erzählen Mama Lisa und Papa Jovan. Vor Ort führte Chefinstruktor und Ausbildner Paul Fortner den begeisterten Schüler durch die Räumlichkeiten - und testete seine Kenntnisse. "Kannst du mir drei Stationen der U1 nennen?", fragte Fortner. "Ich kann alle U-Bahn-Stationen", so Marcel stolz. Trotz seiner Kenntnisse konnte der 11-Jährige aber noch so einiges von Ortner lernen. Insiderwissen wie die internen Abkürzungen für Stationen ließen ihn staunen. 

Vom U-Bahn-Simulator bis zur Notfall-Einschulung

Nach einem ersten Gespräch wurde es für Marcel ernst - es ging in den Simulator, wo er sich als U-Bahn-Fahrer testen durfte. Hoch konzentriert, aber mit strahlenden Augen navigierte der junge Fan sich durch das Wiener U-Bahn-Netz. "Er macht sich gut. Die Motivation stimmt, die Basis ist da", resümiert Fortner. Marcel muss die Eindrücke erst verarbeiten. "Das war wirklich cool", strahlt er. Nach dem U-Bahn-Simulator-Test geht es für Marcel noch zum Leitzentralen-Simulator und auch eine Einschulung zum Verhalten in Notsituationen darf natürlich nicht fehlen. Über die Notrufstelle durfte Marcel für den Ernstfall proben.

Am Ende schossen die Fragen aus dem Schüler nur so heraus. "Wieso gibt es in manchen U-Bahnen keine Klimaanlage?", "Kann ein Bus in einer Kurve umfallen", "Was passiert, wenn ein Fahrer aus Versehen eine Station auslässt?", "Kann man in den Spalt fliegen?" - Fortner stillte die Neugier. Für Marcel steht weiterhin fest: Er möchte später bei den Wiener Linien als U-Bahn-Fahrer anfangen. "In zehn Jahren könntest du mit der Ausbildung starten", erklärt Fortner, wies aber auf eines hin: "Wichtig ist auch die Schule. Dann kannst du dich bei den Wiener Linien auch intern weiterentwickeln und dir stehen alle Möglichkeiten offen!"

Die Wiener Linien sind derzeit auf der Suche nach Unterstützung. Mehr Infos dazu finden Sie unter www.wienerlinien.at 

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