Fünf Monate unbedingt für Schleier-Mädchen

Bild: Daniel Schaler

Ein nicht nur wegen des Alters der Angeklagten brisanter Prozess ging am Donnerstag in St. Pölten über die Bühne. Eine 16-Jährige hatte eine Gleichaltrige mit einem Messer schwer verletzt, weil sich diese über Whatsapp abfällig über ihren Gesichtsschleier (Niqab) geäußert hatte. Die Schülerin wurde zu 15 Monaten verurteilt, davon fünf Monate unbedingt - noch nicht rechtskräftig.

Wie der "ORF" konkretisiert, soll sich der Streit darum gedreht haben, dass die 16-Jährige zwar einen Niqab trägt, sich gleichzeitig aber schminkt und die Fingernägel lackiert. Bei einem verabredeten Treffen im Februar in der Bahnhofshalle von St. Pölten eskalierte die Auseinandersetzung schließlich.

Mehrere Messerstiche

Die Staatsanwaltschaft warf der Schülerin vor, beim Treffen Mitte Februar mit einem 20 Zentimeter langen Messer mehrmals auf die Spötterin eingestochen zu haben. Die Anklage wurde von Körperverletzung auf Mordversuch ausgedehnt, weswegen bis zu 15 Jahre Haft drohten. Die Verteidigung plädierte auf Notwehr mit fahrlässiger schwerer Körperverletzung, weil das Opfer das Mädchen mit dem Schleier attackiert haben soll.

Fünf Monate unbedingt

Der Prozess endete mit einem Schuldspruch wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung, die Jugendliche erhielt 15 Monate Haft, davon fünf unbedingt. Diese hat die junge Tschetschenin aber schon in der U-Haft abgesessen. Allerdings muss sie auch ein Gewaltpräventionstraining absolvieren.

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