Schon bei der Vergabe an Katar hatte es Bedenken und Proteste wegen der Situation der Menschenrechte im Wüsten-Staat gegeben. Die kritischen Stimmen wurden danach immer lauter. Auch, weil der angesehene "Guardian" berichtete, dass in den letzten zehn Jahren 6.500 Arbeiter auf den Baustellen der WM-Stadien ihr Leben ließen.
Der ehemalige niederländische Teamspieler Ronald de Boer wies die Zahlen in der niederländischen Talkshow "Jinek" jedoch als unwahr zurück. "Das ist wirklich völliger Blödsinn", so der 51-Jährige. "Sie haben alle Menschen in den zehn Jahren in einen Topf geworfen. Das wird den Menschen nicht gerecht", so der Ex-Fußballer, der als Botschafter für die WM in Katar engagiert wurde.
Amnesty International geht sogar davon aus, dass bis zum Ende des vergangenen Jahres bis zu 15.000 Gastarbeiter in Katar verstorben seien. Dabei sind die genauen Umstände der Todesfälle ungeklärt. "Darauf möchte ich nicht eingehen. Da gibt ein Wort das andere. Es wird alles in einen Topf geworfen. Von der Lehrerin über die Reinigungskraft bis zum Bauarbeiter. So kommt es zu diesen Zahlen", rechtfertigte sich de Boer.
Der ehemalige niederländische Teamspieler ließ seine aktive Karriere nach Stationen bei Ajax Amsterdam und Barcelona schließlich in Katar ausklingen.