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Fußball-Match endet im Chaos: Schiri verprügelt

Heute Redaktion
13.09.2021, 23:16

Nach vier roten Karten gegen sein Team sah ein Fan des FC Makedonija ebenfalls rot. Dem Schiedsrichter schlug er die Faust ins Gesicht – vor den Augen mehrerer Kinder.

Bei einem Schweizer 4.-Liga-Spiel ist es Ende August zwischen dem FC Rüschegg und dem FC Makedonija Bern zu wüsten Szenen gekommen: In der 77. Minute brach der Schiedsrichter die 4.Liga-Partie zwischen dem FC Rüschegg und dem FC Makedonija beim Stand von 2:1 für die Gastgeber ab.

Der Grund: Das Auswärtsteam kassierte ganze vier rote Karten, nachdem mehrere seiner Spieler den Unparteiischen angegangen hatten. "Sie schubsten ihn und nannten ihn ein Arschloch", berichtet ein Zuschauer gegenüber "20 Minuten".

Die Gewalt gipfelte anschließend im Clubhaus-Beisl: Dort streckte ein Makedonija-Anhänger den Unparteiischen mit mehreren Faustschlägen nieder. "Er war übel zugerichtet, hatte eine riesige Beule und blaue Flecken im Gesicht", erzählt ein Augenzeuge. Der Schläger habe sich unmittelbar nach dem Angriff aus dem Staub gemacht. Der Unparteiische musste für weitere Abklärungen ins Krankenhaus gebracht werden.

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Kinder mussten psychologisch betreut werden

Die brutale Attacke fand vor den Augen mehrerer Kinder im Alter zwischen fünf und sieben Jahren statt, die sich im Clubhaus-Beizli gerade Schleckzeug kaufen wollten. «Sie waren nach dem Vorfall ganz bleich und weinten», sagt der Augenzeuge. Damit sie die hässlichen Szenen verarbeiten konnten, wurden sie von heranrückenden Polizisten psychologisch betreut.

Jetzt hat der Fußballverband Bern-Jura auf die Vorfälle reagiert. Aufgrund des tätlichen Fan-Angriffs hat er gegen den Verein eine Buße von "mehreren hundert Franken" ausgesprochen, wie Rolf von Gunten vom Departement Spielbetrieb auf Anfrage sagte. Weil sie noch nicht rechtskräftig ist, will der Verband derzeit keine Auskunft über den genauen Betrag geben.

"Die Saison ist gelaufen"

Zu den finanziellen kommen sportliche Sanktionen. Allein wegen des Spielabbruchs hagelte es 50 Strafpunkte gegen den FC Makedonija. Etliche weitere gabs für die vier roten Karten und die daraus resultierenden Spielsperren. Ein Spieler wurde für drei Monate vom Spielbetrieb suspendiert. Insgesamt kommt der Verein nun auf 145 Strafpunkte – und das nach erst vier Spielen.

Somit ist er Tabellenletzter in der kantonalen Fairplay-Wertung. Zum Vergleich: Der FC Gerzensee befindet sich aktuell mit 39 Starfpunkten auf dem zweitletzten Rang.

Die Spielsperren und Strafpunkte tun dem FC Makedonija weh. "Wir haben kein riesiges Kader und sind daher auf jeden Spieler angewiesen", sagt Präsident Orce Andonov. Ohne die Gesperrten werde man sicher einige Matches verlieren. "Die Saison ist praktisch gelaufen und unsere Aufstiegsambitionen können wir begraben", klagt er.

Die Kantonspolizei Bern gibt zur Schiedsrichter-Attacke in Rüschegg derzeit keine weiteren Auskünfte. Die Ermittlungen seien nach wie vor im Gang, hieß es auf Anfrage. (sul)