Der ehemalige Liechtensteiner Skirennfahrer Noldi Beck hatte über die Jahre ein riesiges Ski-Museum aufgebaut. Nun ist dieses offenbar spurlos verschwunden.
Der ehemalige Liechtensteiner Skirennfahrer Noldi Beck hatte über die Jahre ein riesiges Ski-Museum aufgebaut. Nach seinem Tod wurde es verkauft, angeblich an den Förderverein Museum Kitzbühel. Nun ist die Sammlung im Wert von 1,2 Millionen Euro offenbar spurlos verschwunden.
"Wir haben Noldi Becks Sammlung in Bausch und Bogen für einen Pauschalbetrag verkauft", erzählt Guntram Wolf, Anwalt und Stiftungsrat der Noldi-Beck-Stiftung zur Bewahrung von Skikulturgut der Schweizer Zeitung 20 Minuten. Das sei im letzten Jahr gewesen, Käufer war der Förderverein Museum Kitzbühel. Er selbst habe den Kaufvertrag mit unterschrieben. Auch das Geld sei eingetroffen, stellt er klar. "Die Bestände wurden, wie vereinbart, abgeholt", so Wolf. Dazu seien mehrere Lastwagen nötig gewesen: "Es war eine Riesensache."
Doch Signe Reisch, Präsidentin des Fördervereins, dementiert den Kauf gegenüber Tiroler Tageszeitung: "Das stimmt nicht." Wolf zeigt sich davon überrascht. "Ich kann mir nicht erklären, warum sie das sagt. Ich habe den Vertrag selbst unterschrieben. Frau Reisch war dabei federführend." Noldi Becks Witwe erklärt dazu, dass der Verkauf "in Bearbeitung" sei. Mehr wolle sie dazu aber nicht sagen.
Nun fehlt von der Sammlung offenbar jede Spur. Immerhin passierte die Exponate die Grenze von Liechtenstein nach Österreich: das Zollamt Innsbruck bestätigte die ordnungsmäßige Zollabfertigung.
Ein bemerkenswerter Verlust, immerhin umfasst die Sammlung 15'000 Exponate. Darunter sind etwa über 4000 Paar Ski, 800 Paar Skischuhe, unzählige Bindungen und 150 Schaufensterpuppen, in Originalausrüstungen gekleidet, aber auch Startnummern internationaler Ski-Asse, Medaillen und Pokale.
Zusammengetragen hat sie der ehemalige liechtensteinische Skirennfahrer Noldi Beck. 1993 hat er ein Ski- und Wintersportmuseum gegründet. An seine Schätze kam er als Servicemann in einem Sportgeschäft. 2005 folgte die Anerkennung als offizielles Ski-Museum durch den Internationalen Ski-Verband FIS. 2014 starb Beck im Alter von 65 Jahren. Danach wurde das Museum aufgelöst, da in Liechtenstein offenbar niemand Interesse an einer Weiterführung hatte.