Diese Entscheidung der Justiz sorgt für Kopfschütteln - nicht nur in den Reihen der Ermittler: Ein rechtskräftig verurteilter Bankräuber (26) durfte während seiner Strafhaft das Gefängnis verlassen, bekam einen offiziellen Freigang. Allerdings: Diese Zeit nutzte der Bulgare nicht, um wichtige Behördengänge zu machen, sondern seiner alten Leidenschaft nachzukommen
Die ganze Geschichte: 2007 war der Rumäne nach einem Überfall in Wien zu achteinhalb Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Vier Jahre lang lebte er praktisch unauffällig in der Justizanstalt Garsten bei Steyr. Deswegen wurde ihm auch ein Antrag auf Freigang gewährt. Am 23. April durfte er das Gefängnis verlassen. Anstatt zurückzukommen, tauchte er allerdings unter.
Schließlich landete der Mann in Salzburg, wo er am 28. April seinen ersten Coup verübte: Er stürmte in eine Pfandleihe in der Salzburger Plainstraße und erschreckte die anwesenden Personen fast zu Tode. Pech für ihn: Er musste ohne Beute flüchten. Den nächsten Versuch startete er am 9. Mai: Da kam er mit einer Baseball-Mütze und dunkler Kleidung in die Sparkasse in Salzburg-Gnigl, griff eine Kassierin (18) an. Diese schlug allerdings im Reflex die Kassenlade zu, der Täter flüchtete ohne Beute.
Jetzt konnte der entflohene Häftling gefasst werden: Salzburger Polizisten sahen den Täter beim Haupbahnhof, nahmen in fest. Ob er auch für Überfälle in Oberösterreich in Frage kommt, wird derzeit überprüft.
Robert Loy