Österreich

Gärtner-Krieg um die Gräber entbrannt

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:45

Bei den Wiener Friedhöfen ist ein beinharter Kampf um die Kunden ausgebrochen. Konkret klagen die Friedhofsgärnter die Bestattung Wien, weil diese ihnen die Kunden streitig machen würden. Streitwert: 70.000 Euro.

Bei den Wiener Friedhöfen ist vor Allerheiligen ein beinharter Kampf um die Kunden ausgebrochen. Konkret klagen die Friedhofsgärnter die Bestattung Wien, weil diese den Gärtnern ihr Geschäft streitig machen würden. Streitwert: 70.000 Euro.

Bei den Wiener Friedhöfen tobt vor Allerheiligen ein beinharter Kampf um die Kunden. Die Friedhofsgärtner klagen die Stadt Wien wegen unlauterer Geschäftspraktiken und Missbrauch ihrer Marktmacht. Konkret stoßen sich die Gärtner daran, dass die Bestattung Wien neuerdings ihrer Schwestergesellschaft, den Friedhöfen Wien, die Bereitstellung und Entsorgung von Blumen und Kränzen zuschanzt. Gegen Provision natürlich: “Die nützen ihre Monopolstellung aus, um sich ein Zusatzgeschäft zu sichern. Dabei gehen sie über Leichen”, ärgert sich Josef Jandl, Obmann der Friedhofsgärtnergenossenschaft.

Die Bestattung Wien ist mit einem Marktanteil von über 90 Prozent das größte Bestattungsunternehmen Österreichs. Und das Geschäft mit den Toten läuft gut: Bei gut 10.000 Todesfällen und durchschnittlichen Bestattungskosten von 4.000 Euro cashte das Unternehmen im Jahr 2010 einen Gewinn von über 7 Mio Euro. 

Weiterer Vorwurf: Die Bestatter würden die psychische Ausnahmesituation ihrer Kunden ausnützen: “Welche Hinterbliebenen holen sich schon Alternativ-Angebote, wenn sie an die ‘hauseigenen’ Gärtner vermittelt werden?”, donnert Jandl. Geht die Klage durch, ist es vorbei mit dem Geschäft mit den Toten. Dann darf der Monopolist den Gräberschmuck nicht mehr seelenruhig vermitteln. 

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