Gas-Experte macht jetzt Schreckens-Prognose

Die Energiepreise rasen im ganzen Land nach oben.
Die Energiepreise rasen im ganzen Land nach oben.Getty Images/iStockphoto
Knapp 94.000 Haushalte haben sich im ersten Quartal einen neuen Strom- oder Gaslieferanten gesucht. Ein Ende der Preis-Turbulenzen ist nicht in Sicht.

93.713 Strom- und Gaskundinnen und -kunden haben im ersten Quartal 2022 ihren Strom- oder Gaslieferanten gewechselt. Dies umfasst sowohl Haushalte als auch Unternehmen, wie aus der aktuell veröffentlichten Marktstatistik der Energieregulierungsbehörde E-Control hervorgeht.

"Im Jahr 2019 hatten wir ein Rekord bei den Wechselzahlen. Seither sehen wir hier ein ziemliches Auf und Ab. 2020 wurde vor allem von der Pandemie bestimmt, seit einigen Monaten sind wir mit zum Teil hohen Steigerungen bei den Strom- und Gaspreisen konfrontiert. Vor allem bisher günstige Lieferanten können die massiven Preissteigerungen am Großhandelsmarkt kaum abfedern und geben diese an ihre Kunden weiter. Einige Lieferanten haben sich vom Markt zurückgezogen, andere beschränken sich nur mehr auf das eigene Versorgungsgebiet. Dadurch gibt es derzeit auch kein Potenzial beim Wechsel des Strom- und Gaslieferanten, was sich wiederum in den Wechselzahlen widerspiegelt", erläutert der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch die aktuellen Zahlen der Marktstatistik.

"Heuer keine große Entspannung"

Und der Experte ist davon überzeugt, dass diese Situation noch länger andauern wird. "Im heurigen Jahr rechnen wir mit keiner großen Entspannung bei den Energiepreisen. Frühestens im zweiten Quartal des nächsten Jahres könnte es hier wieder zu Erleichterungen kommen und damit dann hoffentlich auch wieder ein Lieferantenwechsel attraktiv werden."

Den Stromanbieter wechselten von Jänner bis inklusive März 72.914 Kunden, darunter 43.065 Haushalte. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatten insgesamt 94.327 Kunden einen neuen Stromlieferanten gewählt. Einen neuen Gaslieferanten suchten sich 20.799 Kunden, darunter 18.217 Haushalte. Auch hier ist im Vergleichszeitraum des Vorjahres die Zahl etwas gesunken: 2021 wechselten 24.212 Haushalte und Unternehmen im ersten Quartal den Gaslieferanten.
"Die Wechselrate betrug bei Strom im ersten Quartal somit 1,2 Prozent und bei Gas 1,6 Prozent", resümiert der Vorstand der E-Control, Alfons Haber.

Oberösterreich bleibt wechselfreudig, aber nicht alleine

Im Verhältnis zur Kundenanzahl wechselten in den ersten drei Monaten nach wie vor die Oberösterreicher am häufigsten ihren Stromlieferanten mit 1,7 Prozent (17.943 Kunden). Bei Gas waren im ersten Quartal die Niederösterreicher besonders aktiv, wo 7.843 (2,7 Prozent) einen neuen Anbieter gewählt haben. Am zweithäufigsten wurde der Stromlieferant in Niederösterreich und Kärnten gewechselt (je 1,3 Prozent oder 10.896 Kunden in Niederösterreich bzw. 5.037 in Kärnten). Die Oberösterreicher wechselten am zweithäufigsten ihren Gaslieferanten (1,9 Prozent bzw 2.692 Kunden), gefolgt von der Steiermark und dem Burgenland (je 1,6 Prozent oder 1.078 Kunden in der Steiermark bzw. 858 im Burgenland).

Schlusslicht bleibt auch in diesem Quartal Vorarlberg mit einer Wechselrate bei Strom von 0,5 Prozent (1.151 Kunden) und bei Gas von 1,0 Prozent (375 Kunden). "Angesichts der nach wie vor vergleichsweise günstigen Angebote des dortigen Landesenergieversorgers, sowohl für Bestands- als auch für Neukunden, ist dies gerade derzeit kaum verwunderlich. Etliche Verbraucherinnen und Verbraucher fragen deshalb im Moment bei unserer Energie-Hotline nach dem Grund, warum nicht auch andere Lieferanten, die beispielsweise über ähnlich viel Wasserkrafterzeugung verfügen, zum Teil doch deutlich höhere Preise verlangen", berichtet Alfons Haber aus dem Alltag der Mitarbeiter der E-Control.

Strom-und Gassparen lohnt sich

Sparsam mit Strom und Gas umzugehen, ist derzeit wieder vermehrt in den Blickpunkt der Konsumentinnen und Konsumenten gerückt. "Einfache Energiespartipps für daheim helfen nicht nur dabei, das Haushaltsbudget zu entlasten, sondern tragen natürlich auch zum Umweltschutz bei. Die E-Control stellt auf ihrer Homepage dazu auch verschiedene Informationen und Hilfestellungen zur Verfügung", so Alfons Haber.

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