Ein erschütternder Fall facht die Diskussion um die Gebärstation-Schließung am LKH Voitsberg erneut an. Zwei Stunden vergingen, bis die Rettung zu einer Gebärenden kam und der Abtransport in die nächste Geburtenstation am LKH Deutschlandsberg erfolgte. Im Spital konnte nur noch der Tod des Babys festgestellt werden. Zum LKH Voitsberg hätte der Weg nur 15 Minuten betragen.
"Die Plazenta hatte sich vorzeitig gelöst. Das ist ein ganz seltener schicksalhafter Verlauf", schilderte Peter Hofmann, Primar des LKH Deutschlandsberg nach einem Bericht der "Kleinen Zeitung". Der Fall hat sich bereits am Freitag vergangener Woche ereignet. Die 20-jährige Erstgebärende aus Maria Lankowitz verlor dabei ihr Kind. Vom Wohnort der Gebärenden sind es zur Geburtenstation rund 50 km, nach Voitsberg hingegen, wo die Geburtenstation geschlossen wurde, wäre es eine Fahrt von einer Viertel Stunde gewesen.
Dem Roten Kreuz, das rund eine Stunde nach Eingang des Anrufes bei der Gebärenden ankam, will Hofmann keine Schuld zuweisen: "Natürlich ist es wichtig, dass der Transport möglichst schnell die Gebärstation erreicht. Für das Rettungsteam war nach der Schilderung der Mutter aber nicht ersichtlich, dass es sich um eine Plazentaablösung handelt." Auch trotz des großen Blutverlusts der Mutter nicht: "Es blutete in die Gebärmutter hinein. Auch die Mutter hatte keine Chance, dieses Ereignis zu erkennen. Gegen solche schicksalhaften Ereignisse kann man schwer etwas vorbeugend machen", erklärte der Arzt.
"Können nicht sagen, ob Kind überlebt hätte"
"Wir können auch nicht sagen, ob das Kind überlebt hätte, wenn die Mutter früher eingeliefert worden wäre. Sauerstoffmangel beim Kind führt binnen weniger Minuten zum Tod", so der Primar. Dennoch gibt es nun Stimmen, die sich - wie der steirische Landtagsklub der KPÖ - für die Wiedereröffnung der Geburtenstation in Voitsberg starkmachen. Das Team Stronach forderte einen Gesundheitsgipfel.
"Jetzt ist genau eingetreten, was wir nach der Schließung der Gebärklinik befürchtet haben", wird der Voitsberger Bürgermeister Ernst Meixner (SPÖ) in der "Kleinen Zeitung" zitiert. Vonseiten der Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP) gab es vorerst keine Stellungnahme zum weiteren Vorgehen: Der Fall werde auf alle Fälle "genau geprüft", hieß es aus ihrem Büro.