Welt

Geert Wilders schimpfte sich selbst ins Abseits

Heute Redaktion
14.09.2021, 00:57

Ganz Europa blickte am Mittwoch in die Niederlande: Nach einem tagelang eskalierenden Konflikt mit der Türkei stand der Wahlkampf-Abschluss ganz im Zeichen von Islam und Einwanderung.

Das Duell hieß Rutte gegen Wilders: Der amtierende Ministerpräsident verteidigte am Mittwoch ersten Prognosen zufolge erfolgreich seine Position gegen den Rechtspopulisten. Laut Meinungsforschern hatte der 53-jährige Geert Wilders die Chance auf Platz Eins, spielte sich aber selbst ins Abseits.

Wilders spuckte im Fernsehen und auf Wahlkampf-Veranstaltungen Gift und Galle, wetterte gegen "marokkanischen Abschaum" und machte sich für die gemäßigte Rechte unwählbar. Dass in Folge dessen alle anderen Parteien eine Regierungszusammenarbeit mit dem Islam- und EU-Hasser ausschlossen, könnte Wilders nicht nur die Chance auf einen Regierungsposten, sondern auch Stimmen gekostet haben. Auch das herbe Erwachen der Briten nach dem "Brexit-Votum" dürften den EU-Gegner für viele Wähler nicht gerade attraktiv gemacht haben.

Premier Mark Rutte konnte hingegen im Konflikt mit der Türkei punkten. Indem er unerwünschte Wahlkampfveranstaltungen absagen und die türkische Familienministerin ausweisen ließ, demonstrierte er Härte, ohne in Hassparolen zu verfallen. Laut Prognosen von 21 Uhr hat sich das ausgezahlt: Mit 31 von 150 Sitzen bleibt seine rechtsliberale VVD die mächtigste Partei.

PVV-stemmers bedankt!

We hebben zetels gewonnen!

Eerste winst is binnen!

En Rutte is nog lang niet van mij af!!
— Geert Wilders (@geertwilderspvv)

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