Wien

Gefährdete Pötzleinsdorfer Allee wird nun klimafit

Die Pötzleinsdorfer Allee ist eine wichtige Frischluftschneise für Wien. Doch die Bäume sind gefährdet, daher rückt die Stadt nun zur Rettung aus.

Louis Kraft
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Die Pötzleinsdorfer Straße soll zum klimafitten Boulevard werden.
Die Pötzleinsdorfer Straße soll zum klimafitten Boulevard werden.
Rendering: zoom vp

Die Pötzleinsdorfer Allee (Währing) wurde vor über 200 Jahren angelegt. 107 Linden säumen die Straße beidseitig vom Pötzleinsdorfer Schloßpark bis zur Scheibenbergstraße, die älteste aus dem Jahr 1813. Doch der Zustand der Allee macht den Wiener Stadtgärten und dem Bezirk schon länger große Sorge: Die Bäume der Allee befinden sich in einem sehr kritischen Zustand.

Gründe dafür seien die versiegelten Flächen rund um die Bäume und das jahrzehntelange Abstellen von Autos: Dadurch sei der Boden so verdichtet, dass kein Wasser mehr durchkommt. Und durch das Ein- und Ausparken komme es an vielen Stellen zu Schäden an Rinde und Stamm. Dazu kommen steigende Temperaturen und geringere Niederschläge.

Pötzleinsdorfer Allee als Teil von Wiens Klimaanlage

Alleen und Grünflächen sind die "Klimaanlage" der Stadt, dabei kühlen die Bäume nicht nur ihre unmittelbare Umgebung. Denn die Pötzleinsdorfer Straße ist eine der wichtigsten Frischluftschneisen, über die kühle Wienerwaldluft in die Stadt gezogen wird. Nur durch einen intakten Baumbestand bleibt gewährleistet, dass sich die Luft am Weg in die Stadt nicht frühzeitig erwärmt und so auch in den dichter verbauten Stadtteilen noch kühlende Wirkung entfaltet.

Daher machen sich Stadt und Bezirk daran, den alten Baumbestand zu retten. Im Rahmen des Projekts "Klimafitte Pötzleinsdorfer Straße" soll jeder einzelne der 107 Bäume wieder ausreichend Grünbereich, neues Erdreich und Bewässerung bekommen. Und dort, wo es möglich ist, werden baumverträgliche Abstellflächen für Autos hergestellt. 

Start für nächstes Radinfrastrukturprojekt

Verbunden mit dem Umbau der Pötzleinsdorfer Allee ist auch die Neuregelung des Radverkehrs. So ist geplant, den Straßenzug Pötzleinsdorfer Straße – Gersthofer Straße vom Schloßpark bis zur Erndtgasse mit einer sicheren Radinfrastruktur auszustatten. 

Von der Endstation der Bim-Linie 41 stadteinwärts bis zur Scheibenbergstraße wird der Gehweg auf der rechten Seite verbreitert und zum gemischten Geh- und Radweg. In der Gersthofer Straße wird der Radweg teilweise neben der Fahrbahn, teilweise zwischen Gehweg und Baumreihe bis in die Erndtgasse geführt. Ab der Erndtgasse sind dann die ruhigen Seitenstraßen gut nutzbar. Die gesamte Radverbindung ist Teil des Hauptradverkehrsnetzes der Stadt und soll Bewohnern und Ausflüglern den Weg nach Pötzleinsdorf und zurück in die Stadt erleichtern.

Sechs neue Bäume und Barrierefreiheit bei Nepomuk-Kapelle

Als zusätzliche Verbesserungen sollen im Zuge des Projekts die Stufen im Bereich der Nepomuk-Kapelle barrierefrei umgestaltet und vor der Erndtgasse statt der langen Rechtsabbiegespur sechs neue Bäume gepflanzt. Neue Sitzgelegenheiten und Trinkbrunnen schaffen Möglichkeit zum kurzen Halt-Machen und Ausruhen.

Bezirk und Stadt arbeiten bei diesen wichtigen Klimamaßnahmen eng zusammen. Die Umsetzung der Radverbindung wird im Rahmen des Hauptradverkehrsnetzes durch die Stadt finanziert, die Rettung der Allee von Seiten der Stadt über das Programm "Lebenswerte Klimamusterstadt" gefördert. Die Bauarbeiten für die "klimafitte Pötzleinsdorfer Straße" sollen im Frühjahr 2022 beginnen. Die Arbeiten für den Radweg in der Pötzleinsdorfer und Gersthofer Straße sowie die Sanierung der Allee auf der stadteinwärts rechten Seite werden voraussichtlich im Herbst 2022 abgeschlossen sein. Die Sanierung der Pötzleinsdorfer Allee auf der stadteinwärts linken Seite folgt dann 2023.

Planungsstadträtin Sima: "Win-win für alle"

"Dass wir nicht zuschauen dürfen, wie die Pötzleinsdorfer Allee stirbt – das ist für mich völlig klar. Ebenso klar ist, dass wir eine sichere Radverbindung von und nach Pötzleinsdorf brauchen. Dank der Zusammenarbeit mit der Stadt können wir nun mit diesem Projekt beides umsetzen. Wir erhalten die Pötzleinsdorfer Allee für unsere Kinder und Enkelkinder und machen Währing ein ganzes Stück klimafitter", freut sich Währings Bezirkschefin Silvia Nossek (Grüne). 

Auch Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) ist von dem Projekt überzeugt: "Ich freue mich über das nächste große Radinfrastukturprojekt und zugleich retten wir auch die Bäume in der Pötzleinsdorfer Allee, indem wir im Zuge des Radwegebaus die Baumscheiben vergrößern, also win-win für alle".

Ausstellung über klimafitte Pötzleinsdorfer Straße im Amtshaus

Wer mehr über den geplanten Umbau erfahren will, dem sei die Ausstellung "Klimafitte Pötzleinsdorfer Straße" im Amtshaus Währing (Martinstraße 100, 2. Stock Festsaa) empfohlen. Diese ist von 17. Jänner bis 4. Februar 2022 von Montag bis Freitag von 8 bis 15 Uhr, am Donnerstag bis 17 Uhr zu sehen.

Außerdem stehen zu ausgewählten Terminen (18. Jänner, 25. Jänner, 27. Jänner und 1. Februar) von 17 – 20 Uhr Experten für Informationen und Gespräche zur Verfügung. 

Am 18. Februar und 4. März bietet die Bezirksvorstehungen auch Begehungen vor Ort an (15 bis 16.30 Uhr). Für die Teilnahme ist eine Anmeldung unter [email protected] oder telefonisch unter 01-4000-18117 erforderlich. Der Treffpunkt wird bei Anmeldung bekannt gegeben.

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