Gefährlicher Notfall an Bord von Merkels Flieger

Die deutsche Bundeskanzlerin kann gleich wegen mehrerer Pannen nicht wie geplant am Donnerstagabend zum G20-Gipfel in Buenos Aires fliegen.

"Es ist wichtig." – Mit diesen Worten wendete sich eine Stewardess um 2o Uhr an Angela Merkel. Eine Stunde später landete das Regierungsflugzeug "Konrad Adenauer" mit der deutschen Bundeskanzlerin an Bord, das um 19 Uhr in Berlin gestartet war, außerplanmäßig in Köln – wegen einer technischen Panne. Wie "Spiegel Online" schreibt, ist das Funksystem der Maschine komplett ausgefallen.

Update: Der Grund für die Panne war ein defekter Transformator >>>

Ein solcher Komplettausfall der Kommunikationsanlage, die durch mehrere Ersatzsysteme abgesichert sei, gilt dem Nachrichtenmagazin zufolge in der Luftfahrt als gefährlicher Notfall. Deswegen hätten sich die Piloten sofort entschlossen, den Flug zum G20-Gipfel in Argentinien abzubrechen.

"Es war eine ernsthafte Störung", sagte Merkel am frühen Freitagmorgen in Bonn, wo sie nach dem Abbruch der Reise zum G20-Gipfel nach Buenos Aires die Nacht verbrachte.

Sie lobte den Flugkapitän und die Mannschaft an Bord ihres Flugzeugs: Sie habe "eine sehr, sehr exzellente Crew gehabt".

Zu viel Kerosin?

Auch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa sollen weite Teile eines für den Flugbetrieb dringend benötigten Elektroniksystems ausgefallen sein. Über der Nordsee sei Kerosin abgelassen worden, um das Gewicht des für den Transatlantikfluges vollgetankten Airbus zu verringern.

Es sei teilweise die Frage gewesen, ob überhaupt eine Landung möglich gewesen sei. Die Landung in Köln, wo wegen Bauarbeiten nur eine kürzere Landebahn zur Verfügung stand, erwies sich wegen der Überhitzung des Bremssystems als schwierig. Die Feuerwehr war daher vor Ort.

Verteidigungsministerin informiert

Der "Spiegel" schreibt, nur mit dem Satellitentelefon an Bord sei es der Crew gelungen, Kontakt zur Flugleitstelle aufzunehmen und die Landung auf dem Flughafen in Köln-Bonn zu planen.

Die Situation soll nach "Spiegel"-Informationen so brenzlig gewesen sein, dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen schon nach dem Komplett-Ausfall der Funkanlage informiert wurde.

Weiterflug ohne Ehemann

Da der direkte Weiterflug mit dem Ersatz-Airbus nicht möglich sei, so Regierungssprecher Steffen Seibert vor Journalisten, favorisierten die Kanzlerin, der mitreisende Finanzminister Olaf Scholz und ein sehr kleiner Teil der Delegation es demnach, am frühen Freitagmorgen über Madrid per Linienflug nach Buenos Aires zu gelangen. Die Nacht verbringt Merkel nun in einem Bonner Vier-Sterne Hotel.

Der Defekt wird Merkels Terminplan auf dem G20-Treffen durcheinanderbringen. Ein Gespräch mit Donald Trump kann laut "Bild"-Zeitung nicht wie geplant stattfinden. Wie Regierungssprecher Seibert sagte, werde geprüft, ob geplante Treffen verlegt werden können.

Die Verzögerung bedeutet auch, dass Merkel ohne ihren Mann nach Argentinien reisen wird, da ein Großteil des Programms für die Partner zu Beginn des Gipfels stattfindet. (roy/20 Minuten)

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