Mehrere Jahre hatte ein junger Tschetschene für eine Firma in Herzogenburg (St. Pölten-Land) gearbeitet, wurde dann "coronabedingt" gekündigt. Aus Frust bzw. "in der Hitze des Gefechtes" soll er dann ein Rad einer 29-Jährigen am Bahnhof in Oberndorf (Bezirk St. Pölten-Land) gestohlen haben. Der mutmaßliche Täter wurde dabei gefilmt.
Die Staatsanwaltschaft St. Pölten gab in der Folge ein Fahndungsfoto frei, der Verdächtige meldete sich daraufhin bei den Medien und der Polizei. Denn alles sei nur ein großes Missverständnis gewesen: "Ich habe das Fahrrad nicht bewusst gestohlen. Es hat genau so ausgesehen wie meines, das auch dort stand, ich habe es einfach verwechselt und das falsche mitgenommen. Beide waren nicht verschlossen", so der Verdächtige im Juni zu "Heute" - mehr dazu hier.
Am gestrigen Dienstag ging der ganze Zinnober am Landesgericht St. Pölten weiter. Bereits im Vorfeld versuchte der Verdächtige die Sitzordnung im Gerichtssaal zu regeln. Vor Gericht blieb der Angeklagte dabei: "Da war kein Schloss, ich habe somit das Radschloss nicht aufgebrochen. Selbst die Polizei sagt, dass da kein Schloss gewesen sei, aber das dürfen die Beamten nur mir sagen und nicht offiziell." Somit will der Angeklagte die Räder in der Hektik bzw. Aufregung nach der Kündigung nur vertauscht haben. Sein Rad soll übrigens auch gestohlen worden sein.
Da die 29-jährige Eigentümerin des Fahrrades nicht vor Gericht als Zeugin erschienen war, wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Es gilt die Unschuldsvermutung.