"Gefühl, normal zu sein!" Hirscher mit Sohn im Zoo

Marcel Hirscher und seine Ehefrau Laura
Marcel Hirscher und seine Ehefrau Laura(Bild: picturedesk.com)
Marcel Hirscher sieht die angespannte Lockdown-Situation auch positiv. Spätestens jetzt ist klar, ein Comeback kommt für ihn nicht in Frage.

Im Sommer 2019 gab Marcel Hirscher seinen Rücktritt vom aktiven Ski-Rennsport bekannt. Mit nur 31 Jahren kommt für den besten Skifahrer der Welt ein Comeback nicht in Frage. Er genießt die Pension in vollen Zügen. Das bestätigt er aktuell in einem Interview mit "Sport aktiv". Darin plaudert er über seine neuen Hobbies, das Tourengehen und Motocrossfahren. Aber auch, wie er mit der neuen Situation im Weltcup-Ruhestand und der Corona-Krise umgeht.

Hirscher: "Anfänglich war es schlimm den Weltcup nicht mehr zu haben, ich sage es ehrlich. Zäh. Aber heute? Es ist alles nur super! Keinen Tag länger würde ich fahren wollen." Zu viel Freude macht ihm sein neues Leben, daheim bei Ehefrau Laura und dem gemeinsamen Sohn. Und auf den Bergen, meist abseits der präparierten Pisten, um dem Trubel aus dem Weg zu gehen.

Das fällt derzeit so leicht wie noch nie. Der Annaberger scheut die Öffentlichkeit. Ob ihm der zweite Lockdown und allgemein die Zeit des Abstands und der Masken in die Karten spielen? "Ich tu mir extrem schwer, das zu bejahen. Es ist ein Wahnsinn, das angesichts der ganzen Situation in den Mund zu nehmen und ich bitte alle, das nicht falsch zu verstehen. Bei aller Ernsthaftigkeit bin ich mir aber sehr bewusst, dass ich kurioserweise einer der wenigen war, die Positives gesehen haben. Ganz persönlich, nur auf meine Bedürfnisse abgestimmt."

Eine Situation nennt der 31-Jährige aber als Beispiel, welche guten Seiten diese angespannte Lage mit sich bringen kann: "Ich war das erste Mal mit meinem Kleinen im Tiergarten. Ungestört. Das war ein absoluter Höhepunkt, das war ein Wahnsinn. Ich hatte das erste Mal das Gefühl, normal sein zu können."

Skitouren ohne Bub, keine Rallye Dakar

Auf die Skitouren nimmt er seinen Sohn aber nicht mit, zu gefährlich: "Ohne Familie auf Skitour, Sohn nicht auf dem Rücken: Nein, ich mache das nicht. Nicht in dem Gelände, in dem ich unterwegs bin. Und das nicht einmal, weil ich Respekt vor Lawinen habe. Sagen wir es so: Auch der beste Skifahrer der Welt kann einmal stürzen. Das wär dann aber fatal. Wir beschäftigen uns anders."

Ob das Motocrossfahren mehr als nur ein Hobby ist, die Rallye Dakar ein Thema werden könnte? "Im Moment kann ich es mir nicht vorstellen, bei der Dakar dabei zu sein. Da bleib ich lieber bei den Skitouren um die Jahreszeit, wo die gefahren wird. Diesen Jänner wohl im Speziellen."

Marcel Hirscher gewann acht Mal den Gesamtweltcup. Das ist nicht nur Rekord, er schaffte dieses Kunststück sogar in acht aufeinanderfolgenden Saisons. In Pyeongchang kürte sich der Salzburger im Riesenslalom und in der Kombi zum doppelten Olympiasieger. In Sotschi hatte er 2014 Silber im Slalom erobert. Bei alpinen Weltmeisterschaften durfte er über sieben Mal Gold und vier Mal Silber jubeln. Insgesamt gewann Hirscher 67 Weltcuprennen.

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