Geheim-Zahlen: Favoriten und Meidling nun Risikogebiete

Favoriten und Meidling weisen die höchsten Fallzahlen Wiens auf.
Favoriten und Meidling weisen die höchsten Fallzahlen Wiens auf.ALEX HALADA / picturedesk.com
In Favoriten und Meidling spitzte sich die Corona-Situation binnen sieben Tagen massiv zu. Beide überschreiten nun die 7-Tages-Inzidenz von 300.

Österreichweit sind die Regeln klar – ab einer Inzidenz von 300 werden Bezirke als sogenannte "Hochinzidenzgebiete" behandelt und abgeriegelt. In dieser Woche erreichte Braunau am Inn (OÖ, hat eine Durchimpfungsrate unter 50 Prozent) diesen Alarm-Wert. Die Regeln des Bundes für einen solchen Fall sind eindeutig und sehen eine Ausreisetestpflicht vor. 

Inzidenz in Wien bei 229

Doch wie ist die Situation im Rest von Österreich aktuell? In Wien wurden in den vergangenen sieben Tagen exakt 4.390 neue Corona-Fälle bei den Behörden eingemeldet. Die 7-Tages-Inzidenz lag am Freitag bei 229 – kein anderes Bundesland hat sonst einen 2er davor stehen. Unter den Städten ist Krems in Niederösterreich (354,3) derzeit Spitzenreiter.

City, Hietzing, Neubau und Josefstadt stehen gut da

Quer über das Wiener Stadtgebiet zeigen sich jedoch gravierende regionale Unterschiede. Am wenigsten verbreitet ist das Virus aktuell in der Inneren Stadt. Die City hat die ältesten Bewohner und folglich die höchste Durchimpfungsrate Wiens. Halbwegs unter Kontrolle ist die Situation auch in Hietzing, Mariahilf, Neubau und der Josefstadt. Alle anderen Grätzel sind mittlerweile dunkelrot auf der Corona-Landkarte eingefärbt.

ZWEI RISIKOGEBIETE BESORGEN! In zwei Bezirken steigen die Fallzahlen aktuell so stark an, sodass sie mittlerweile eine 7-Tages-Inzidenz jenseits der 300 aufweisen – nämlich der bevölkerungsreichste Bezirk Favoriten sowie Meidling!

Zu wenig Geimpfte in Arbeiterbezirken

Favoriten und Meidling sind jene Bezirke mit den wenigsten Geimpften. Die Stadt erklärt das mit dem niedrigen Alter der Bevölkerung dort: "Die jüngsten Bezirke sind auch jene mit den niedrigsten Durchimpfungsraten. Das liegt daran, dass sich die österreichische Impfkampagne erst seit nicht so langer Zeit auf Junge fokussiert. Wo lange nichts war, kann eben auch nicht so schnell etwas entstehen", so Mario Dujakovic aus dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker.

Anders als in Braunau hat die hohe Inzidenz für Favoriten und Meidling keine Konsequenzen. Da Wien seit Beginn der Pandemie Wert darauf legt, als nur ein politischer Bezirk behandelt zu werden, gibt es keine schärfen Maßnahmen als im Rest der Stadt. Innerhalb Wiens ist eine Abriegelung naturgemäß auch kaum machbar – schließlich wohnen und arbeiten die Menschen häufig in unterschiedlichen Grätzeln und verbringen die Freizeit wiederum an einem anderen Ort.

Ludwig reagiert am Dienstag

Bürgermeister Michael Ludwig (SP) hat aber bereits am Freitag angekündigt, dass in der Hauptstadt am kommenden Dienstag wieder ein großer Corona-Gipfel mit zwölf Pandemie-Experten tagt. Wien stehe vor neuen Verschärfungen, man möchte nicht mehr auf vom Bund verhängte Maßnahmen warten, erfuhr "Heute". Die Story zu kannst du HIER nachlesen >>

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