Der ukrainische Geheimdienstchef Kirilo Budanow geht davon aus, dass die Wagner-Söldner von Jewgeni Prigoschin nach dem Putschversuch nicht mehr an den Kampfhandlungen in der Ukraine teilnehmen werden. "Wir konnten eine Diskreditierung der russischen Führung beobachten – wieder einmal ist der Mythos der Stabilität des russischen Regimes zerstört worden", sagt Budanow. Die private Söldnerorganisation Wagner werde künftig nicht mehr an den Feindseligkeiten auf ukrainischem Territorium teilnehmen, so der Geheimdienstler weiter.
Das sei insbesondere wichtig, da die Wagner-Kämpfer laut Budanow im Ukraine-Krieg bisher die effektivste Einheit der russischen Föderation gewesen sei. Russische Ermittler führen indes ein Verfahren wegen "Söldnertums" gegen Ausländer, die auf der Seite der Ukraine kämpfen. Dabei werde gegen 160 Personen aus 33 Ländern ermittelt, berichtet der Untersuchungsausschuss im Telegram-Kanal. Es sei gegen diese Personen ein Verfahren eröffnet worden. Nach russischen Angaben kämpfen derzeit mehr als zweitausend Bürger anderer Staaten auf der Seite der Ukraine.
Insgesamt hätten sich nach Angaben der Vertreterin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, im November 2022 mehr als 8.000 Personen aus mehr als 60 Staaten den Streitkräften der Ukraine angeschlossen. Die größten Gruppe würden Personen aus Polen bilden. Ebenfalls kämen viele Kämpfer aus den Vereinigten Staaten, Kanada, Rumänien und dem Vereinigten Königreich. Im Vorfeld des Aufstandes wiederum, bei dem am Samstag die Söldner von Jewgeni Prigoschins Wagner-Gruppe in Richtung Moskau vorstießen, soll ein hochrangiger russischer General informiert gewesen sein.
Dies berichtet die "New York Times" und beruft sich dabei auf Infos der US-Geheimdienste. Beim betroffenen General handelt es sich demnach um Sergei Surowikin. Denn geht es nach der USA, muss sich Prigoschin der Unterstützung im Militär sicher gewesen sein, um überhaupt einen Putsch gewagt zu haben. Man versuche derzeit, herauszufinden, inwiefern Surowikin in die Aufstandspläne der Söldner involviert war. Öffentlich stellte sich Surowikin kurz nach Prigoschins Kampfansage auf die Seite des Kremls – dies könnte aber auch ein geplanter Schachzug gewesen sein, um abzulenken.