Russische Agenten haben in den letzten Jahren sporadisch Anschläge in Europa verübt, doch nach Einschätzungen aus drei verschiedenen europäischen Ländern sollen sich die Beweise für eine aggressivere und konzertierte Aktion häufen, heißt es weiter.
"Wir gehen davon aus, dass das Risiko staatlich gesteuerter Sabotageakte deutlich erhöht ist", warnte der deutsche Verfassungsschutz-Präsident Thomas Haldenwang. Russland scheine sich nun damit wohl zu fühlen, Operationen auf europäischem Boden "mit hohem Schadenspotenzial" durchzuführen, hatte Haldenwang kürzlich auf einer Sicherheitskonferenz gesagt. Auch das französische Verteidigungsministerium warnte vor einigen Monaten vor möglichen Sabotageangriffen Russlands auf Militärstandorte.
Erst vor über zwei Wochen waren in Bayreuth zwei Männer unter dem Verdacht der Spionage für Russland festgenommen worden. Die Deutsch-Russen hätten Anschlagsziele mit Blick auf die Militärhilfe für die Ukraine ausgekundschaftet, darunter Einrichtungen der US-Streitkräfte, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe damals mit. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock ließ kurz danach wegen des Falls den russischen Botschafter ins Auswärtige Amt einbestellen.
Nicht der einzige Fall: Ende April wurden in Großbritannien zwei Männer angeklagt, in einem Lagerhaus mit Hilfslieferungen für die Ukraine einen Brand gelegt zu haben. Die britische Justiz wirft den Tatverdächtigen vor, für die russische Regierung zu arbeiten. In Schweden untersuchen Sicherheitsdienste derzeit eine Reihe von Zugentgleisungen, bei denen sie vermuten, dass es sich um Sabotageakte handelt.
"Die offensichtliche Schlussfolgerung ist, dass die russischen Aktivitäten wirklich zugenommen haben", sagt nun Keir Giles, Senior Consulting Fellow bei der britischen Denkfabrik Chatham House.