Am vierten Tag der Belagerung des Westgate-Einkaufszentrums im kenianischen Nairobi haben Spezialkräfte Dienstagfrüh noch mit wenigen Angreifern gekämpft. Einem TV-Bericht zufolge wurden weitere Geiselnehmer getötet. Die somalische Al-Shabaab-Miliz halte nach eigenen Angaben aber noch immer mehrere Geiseln fest. Diese seien "ziemlich beunruhigt, aber noch am Leben", teilten die Islamisten auf Twitter mit.
Am vierten Tag der Belagerung des Westgate-Einkaufszentrums im kenianischen Nairobi haben Spezialkräfte Dienstagfrüh noch mit wenigen Angreifern gekämpft. Einem TV-Bericht zufolge wurden weitere Geiselnehmer getötet. Die somalische Al-Shabaab-Miliz halte nach eigenen Angaben aber noch immer mehrere Geiseln fest. Diese seien "ziemlich beunruhigt, aber noch am Leben", teilten die Islamisten auf Twitter mit.
Zuvor hatten Vertreter der Sicherheitskräfte angegeben, es gebe noch Gefechte mit "ein oder zwei" islamistischen Kämpfern. Die Angreifer hielten sich demnach in einem oberen Stockwerk des weitläufigen Gebäudekomplexes auf. Sechs Angreifer seien ums Leben gekommen, berichtete "Citizen TV", ohne Quellen zu nennen. Das Innenministerium sprach zuvor davon, dass drei der insgesamt zehn bis 15 Angreifer getötet wurden. Zehn Verdächtige seien festgenommen worden und würden derzeit verhört.
Es gebe weiter Gefechte mit "ein oder zwei" islamistischen Kämpfern, sagten mit dem Einsatz vertraute Sicherheitskräfte einem Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP vor Ort. Nach Angaben von Augenzeugen waren bei Sonnenaufgang immer wieder Schüsse und Explosionen zu hören.
"Glauben, dass alle Geiseln frei sind"
Wenige Stunden zuvor hatte das kenianische Innenministerium noch erklärt, das Westgate-Einkaufszentrum sei unter Kontrolle gebracht worden. "Wir glauben, dass alle Geiseln freigekommen sind", schrieb das Ministerium auf Twitter. Die Sicherheitskräfte vor Ort gaben an, mehrere Geiseln seien gerettet und in ein Militärkrankenhaus gebracht worden.
Der kenianische Innenminister Ole Lenku sagte noch am Montagabend dem Sender BBC, wahrscheinlich seien die Einsatzkräfte noch die ganze Nacht im Einsatz, um das Gebäude komplett unter ihre Kontrolle zu bringen. Ein Ende des sei aber abzusehen. Die Sicherheitskräfte und das Rote Kreuz gehen von bisher 62 Todesopfern und über 200 Verletzten aus.
US-Bürger und Briten beteiligt
Kenianischen Regierungsangaben zufolge sind mehrere US-Bürger und eine Britin am Geiseldrama beteiligt. "Nach unseren Informationen waren zwei oder drei Amerikaner dabei und ich glaube, dass ich von einer Britin gehört habe", sagte die kenianische Außenministerin Amina Mohamed im US-Sender PBS. Die Frau habe "so etwas schon viele Male getan". Bei den US-Bürgern handle es sich um Männer im Alter von 18 oder 19 Jahren. Sie stammten aus Somalia oder der arabischen Welt, hätten aber in den USA gelebt. Ihre Beteiligung an dem Angriff zeige "die globale Natur dieses Krieges, den wir führen."
Geiselnehmer in die Enge getrieben
Gegen Montagmittag waren mehrere Explosionen und Schüsse zu hören, dann stieg aus einem Teil des Westgate Mall schwarzer Rauch auf. Sicherheitskreisen zufolge sprengten sich kenianische Truppen einen Weg in das Gebäude. Ein Sprecher der somalischen Al-Shabaab-Miliz drohte mit der Tötung weiterer Geiseln, sollten die kenianischen Sicherheitskräfte weiter vorrücken. Weiters hieß es, dass auch Al-Kaida die Finger im bösen Spiel haben soll.
Präsident Kenyatta trauert um Neffen
Kenias Militärchef Julius Karangi sagte, man habe es mit einer "multinationalen Ansammlung" von Bewaffneten "aus aller Welt" zu tun. "Wir kämpfen hier gegen den globalen Terrorismus." Staatschef Uhuru Kenyatta twitterte: "Als euer Präsident, als Politiker und als Kenianer spüre ich den Schmerz für jedes Leben, das wir verloren haben. Ich teile eure Trauer." Kenyatta hatte bei der Attacke einen Neffen und dessen Verlobte verloren.
Kämpfer der somalischen Al-Shabaab-Miliz hatten das Einkaufszentrum am Samstag gestürmt, auf Menschen geschossen und sich mit Geiseln in dem Komplex verschanzt. Die radikalislamische Miliz verlangt ein Ende des kenianischen Militäreinsatzes gegen sie in Somalia.