Österreich

Geisterfahrer bei neuer Einbahn Kleine Neugasse

Weiter Streit um eine umgedrehte Einbahnstraße in Wien-Wieden. Anrainer und Politiker sind gegen die neue Lösung. Es gab bereits Geisterfahrer.
Heute Redaktion
14.09.2021, 00:48

Auf der Kreuzung Kleine Neugasse/Margaretenstraße auf der Wieden krachte es regelmäßig. Daher änderte die MA46 die Fahrtrichtung der Einbahnstraße. Aber: Weder Anrainer noch Bezirkspolitiker sind mit der neuen Lösung glücklich. Doch: Auch 1.100 Unterschriften dagegen nutzten nichts.

Geisterfahrer in neuer Einbahn

Seit 5. April gilt die umgedrehte Einbahnstraße: Autos biegen seither von der Margaretenstraße in die Kleine Neugasse ein. Doch: Es habe bereits einige "Irrläufer", also Geisterfahrer, gegeben, die aus Gewohnheit falsch abbiegen wollten, so Bezirkschef Leopold Plasch (SPÖ).

Plasch: "Ist Gewöhnungsprozess"

Gegenüber "Heute" ist Plasch aber zuversichtlich: "Es ist ein Gewöhnungsprozess. Auf der Kreuzung sind Hinweisschilder angebracht." Zusätzliche Polizisten weisen Autofahrer auf der Kreuzung auf die neue Regelung hin.

"Leider gibt es hier keine wirklich glückliche Lösung. Eine Ampel war im Gespräch, wurde aber von der Bezirksvertretung abgelehnt", so Plasch. Die Idee einer Sackgasse wurde von den Anrainern abgelehnt. "In zwei Monaten haben wir noch ein Gespräch mit der Bürgerinitiative", kündigt Plasch an. In sechs Monaten soll dann die jetzige Regelung evaluiert werden.

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Verkehrszählung

Währenddessen findet eine Verkehrszählung in den umliegenden Straßenzügen statt – dann wird beobachtet, ob der Verkehr etwa am Mittersteig zunimmt. "Dann wäre es eine weitere Möglichkeit, die Einbahn in der Großen Neugasse zwischen Schäffergasse und Margaretenstraße ebenfalls umzudrehen", so Plasch. Das wird allerdings frühestens in einem halben Jahr entschieden.

Die Bezirks-ÖVP ist mit der neuen Lösung überhaupt unzufrieden. Es sei die "radikalste Lösung" umgesetzt worden und zwar auf "Kosten der Bürgerinnen und Bürger", so Johannes Pasquali, ÖVP-Wieden-Klubobmann.

Die jetzige Lösung sei vorerst eine Testphase, so Plasch. Pasqualis Idee: Man könne mit LED-Blinkwarnsystemen, die in den Boden eingelassen werden und mit Verkehrsspiegeln für mehr Übersichtlichkeit und damit Verkehrssicherheit sorgen.



(gem)