Es hat sich vielversprechend angelassen. Tiefe Gespräche, Lachen, ein Gefühl, als ob man sich ewig kennen würde. Als Sahnehäubchen war es auch im Bett leidenschaftlich und sehr kompatibel. Jeder schien genau zu wissen, was der Andere braucht.
So beginnen schöne Beziehungsmärchen, wie das von M. Doch statt einer Hexe, einem bösen Wolf oder einem vergifteten Apfel, hat sie es mit einem Gegner zu tun, der erbarmungslos und still zuschlägt: dem Verschwinden, besser bekannt als Ghosting. Aus einem Treffen werden mehrere, man schreibt sich, man beginnt, sich Hoffnungen zu machen.
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Und dann, ganz plötzlich, ist der vermeintliche Traumpartner nicht mehr greifbar, als hätte es ihn nie gegeben. Anfangs sucht M. noch nach Erklärungen. Doch nach Tagen der unheimlichen Stille und unbeantworteten Nachrichten wird klar: Sein Interesse war nicht groß genug und er hatte nicht den Mut oder keine Lust, das zu sagen. Das ist mehrfach niederschmetternd, denn die Begegnung hat sich echt angefühlt und war Projektionsfläche für Sehnsüchte, nun misstraut sie auch ihrem eigenen Bauchgefühl. Doch statt von einem Geist besessen zu sein, ist es Zeit für einen Exorzismus, Fokus auf Anderes. Er war einfach nicht der Richtige.