Geisterwagon-Unfall mit 18 Opfern: Mann vor Gericht

Ziemlich auf den Tag genau vor zwei Jahren war es im Bezirk Scheibbs zu einem Zugunfall mit 4 Schwer- und 14 Leichtverletzten gekommen. Heute stand der angeklagte Verschieber vor Gericht.

Durch die schweren Vorwürfe gezeichnet stand ein 53-Jähriger heute vor Gericht in Sankt Pölten. Der Vorwurf laut Anklage: Fahrlässige Gemeingefährdung und fahrlässige schwere Körperverletzung.

Rückblick: Am 19. Oktober 2016 hatte der Mann im Bahnhof Randegg (Scheibbs) als Verschieber gearbeitet. Und er soll laut Staatsanwaltschaft verantwortlich sein, dass sich eine Wagongruppe (ein Mannschaftswagon und vier Güterwagons) loslöste und als Geistergarnitur bis Wieselburg (Scheibbs) unterwegs war. Nach rund 20 Kilometern kollidierten die führerlosen Wagons mit einem Regionalzug. Die Bilanz: Vier Schwer- und 14 Leichtverletzte. Die Verletzten wurden in umliegende Spitäler gebracht.

"Nicht schuldig"

Der 53-Jährige bekannte sich beim Prozess nicht schuldig. Der seit 30 Jahren als Verschieber tätige Angeklagte hatte keine technischen Probleme bemerkt. "Ich habe die Waggons abgekuppelt und vorschriftsmäßig die Bremsprobe gemacht", so der 53-Jährige beim Prozess. Auch einige Zeugen untermauerten diese Aussage, konnten sich zudem an schlechtes Wetter erinnern.

Der Richter verwies indes auf das Gutachten des Sachverständigen, welches einen technischen Mangel ausgeschlossen hatte. "Wie kann es da zum Entrollen gekommen sein?", wollte der Richter wissen. "Es ist mir unerklärlich", so der Verschieber.

Der Richter forderte das Gesprächsprotokoll zwischen Lokführer und Verschieber an - die Verhandlung wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Für den Verschieber gilt die Unschuldsvermutung.

(Lie)

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