Bei den Massenprotesten der "Gelbwesten" wurden knapp 1.400 Personen festgenommen. Wieder kam es zu Ausschreitungen, es gibt zumindest 135 Verletzte.
Nach Angaben von Innenminister Christophe Castaner gingen bislang landesweit rund 125.000 Menschen auf die Straße. Es habe 1.385 Festnahmen gegeben, mehr als 970 Personen wurden in Gewahrsam genommen.
Mindestens 135 Menschen sind bei den Protesten verletzt worden, darunter 118 Demonstranten und 17 Polizisten.
Trotz enormer Sicherheitsvorkehrungen konnten Ausschreitungen nicht verhindert werden. 8.000 Polizisten waren allein in der Hauptstadt Paris in Alarmbereitschaft. Nahe des Champs-Elysees seien die Polizisten mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die "Gelbwesten" vorgegangen. Diese wiederum haben Knallkörper und andere Gegenstände auf die Einsatzkräfte geworfen, um sich zu wehren.
Die Polizei kontrollierte auch Taschen und Rucksäcke von Passanten. Zahlreiche Touristenattraktionen, darunter der Eiffelturm und das Louvre, blieben aus Sicherheitsgründen zu. Auch Geschäfte öffneten nicht und zahlreiche Schaufenster wurden verbarrikadiert.
Die Protestbewegung fordert allgemeine Steuersenkungen, höhere Pensionen und Löhne. Geht es nach dem Demonstranten, soll Präsident Emmanuel Macron zurücktreten. Das Entgegenkommen der Regierung haben die "Gelbwesten" bis jetzt abgewiesen.
Moderate Vertreter der "Gelbwesten" hatten im Vorfeld ihre Anhänger dazu aufgerufen, den Kundgebungen in Paris fernzubleiben. Sie wollen nicht mit dem Randalierern in einen Topf geworfen werden. Radikalere Vertreter riefen wiederum zur Einnahme des Regierungssitzes, dem Elysee-Palast auf.
Der französische Premierminister Edouard Philippe setzt auf einen Dialog mit dem Demonstranten. Dieser habe begonnen und müsse nun fortgesetzt werden. Präsident Macron werde sich äußern und "Maßnahmen vorschlagen, die diesem Dialog Nahrung geben" sollen.
(Video: 20 Minuten) (red)