Ein Streit zwischen dem Salzburger Festspiel-Intendanten Alexander Pereira und der feschen Sängerin Elisabeth Kulman eskaliert: Der Intendant hatte behauptet, Kulman würde in Salzburg bis zu 1.500 Euro mehr verdienen als an anderen Häusern. Deswegen droht die Sängerin nun mit Klage wegen Rufschädigung.
Die Sängerin hatte laut ORF die wegen nicht bezahlter Probenarbeit und zeitlich zu enger Disposition von Proben und Aufführungen besonders in der Oper „Falstaff“ kritisiert. „Vier Aufführungen in fünf Tagen zu absolvieren, wie es beim diesjährigen Salzburger ‚Falstaff‘ auf dem Programm stand, ist für einen Sänger ein absolutes no-go“, nennt sie ein Beispiel.
Pereira rechtfertigt sich damit, dass im ‚Falstaff‘ nur der Sänger der Titelpartie wirklich belastet sei: „Ich habe daher Ambrogio Maestri gesprochen. Und der hat mir versichert, dass das kein Problem sei, solange er gesund ist.“
Kulman fährt nun nach dessen Aussagen über ihr Gehalt schwerere Geschütze gegen Pereira auf: „Mit seiner Behauptung hat Alexander Pereira nicht nur das Thema meiner eigentlichen Kritik an der von ihm eingeführten Streichung der Probenbezahlung völlig verfehlt, sondern auch glatt gelogen.“
Ob Pereira falsch beraten worden sei, schlecht recherchiert oder gar wissentlich die Unwahrheit gesagt habe, werde sich herausstellen, so Kulman.
"Revolution der Künstler"
Bereits seit längerer Zeit kämpft die Mezzosopranistin für eine gerechtere Entlohnung von jungen Künstlern sowie gerechtere Arbeitsbedingungen. Ihre Initiative namens „art but fair“, bei der sie sich für gut ausgebildete Künstler einsetzt, die oft jahrelang für Hungerlöhne schuften oder gleich gar keine Jobs finden, wird von namhaften Sängerinnen wie Laura Aikin oder Edita Gruberova unterstützt. Im Rahmen dieser Initiative rief sie auch zur „Revolution der Künstler“ auf.