Linzer LKA-Fahnder ermitteln derzeit in den eigenen Reihen: Ein leitender Beamter des Stadtpolizeikommandos Linz soll mehrere Jahre lang im großen Stil Steuergeld für Überstunden kassiert haben, die er gar nicht geleistet hat - zum Missfallen seiner direkten Mitarbeiter, die ihn jetzt belastet haben. Es geht um mehr als 10.000 Euro!
Korruptionsfahnder und LKA-Ermittler gehen in der betroffenen Abteilung im Stadtpolizeikommando Linz derzeit ein und aus. Seit einem knappen Monat durchforsten sie sämtliche Überstundenlisten, vergleichen sie mit Protokollen und befragen alle dort beschäftigten Beamten, wann und wo der Beschuldigte im Einsatz war. Immerhin: Dieser Polizist - ein Chefinspektor in leitender Position - soll zu seinen Gunsten Überstundenlisten gefälscht und so unrechtmäßig Steuergeld kassiert haben - mehr als 10.000 Euro über die Jahre, heißt es. Seine Kollegen, die dagegen völlig legal Überstunden anhäuften, gingen fast immer leer aus. Weil es für die besagte Abteilung nur ein gewisses Kontingent an bezahlten Überstunden gibt, mussten sie auf Zeitausgleich gehen - und konnten sich so nichts dazuverdienen.
Oberösterreichs Landespolizeikommandant Andreas Pilsl bestätigte die Ermittlungen: Wir haben alles dem Bundesamt zur Korruptionsbekämpfung mitgeteilt. Derzeit laufen intensive Erhebungen, ein Verfahren bei der Staatsanwaltschaft ist anhängig. Dem Beamten droht eine Anklage wegen Betrugs sowie ein Disziplinarverfahren. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Robert Loy