Österreich

Gemeinde Langenlois lichtet den Schilderwald

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:40

Als erste Gemeinde in Niederösterreich hat Langenlois dem Schilderwald den Kampf angesagt. 290 der insgesamt 800 Verkehrsschilder wurden in einer Probewoche verhüllt, Polizei, ÖAMTC-Verkehrsexperten und die Stadtgemeinde beobachteten die Auswirkungen. Fazit: ein Viertel der gesamten Verkehrsschilder in Langenlois kann demontiert werden.

"In nächster Zeit werden 200 Schilder dauerhaft aus dem Straßenbild entfernt", berichtet ÖAMTC-Verkehrstechniker Markus Schneider. "Die Zustimmung der Bevölkerung zum Projekt war groß und Verkehrsprobleme blieben aus. Der Weg zu einer sinnvollen Beschilderung der Stadt ist somit geebnet." Erfahrungen beim Lichten des Schilderwalds hatten die Verkehrsexperten bereits vor Jahren in Eisenstadt und Hallein gesammelt.

Das Ziel sei es, aufzuzeigen, dass weniger Verkehrsschilder für mehr Sicherheit im Verkehr sorgen können. "Der Verlauf der Projektwoche bestätigt, dass Kraftfahrer mit zusätzlichen Freiräumen verantwortungsbewusst umgehen können und weniger Schilder die Sicherheit auf den Straßen nachhaltig erhöhen können", fasst Schneider das Projekt zusammen.
 
 Zu viele Verkehrszeichen würden die Kraftfahrer überfordern, denn die menschliche Aufnahmekapazität sei begrenzt.

Schnell sind die Grenzen erreicht

Nur drei Objekte können gleichzeitig wahrgenommen werden – neben dem Straßenraum an sich und anderen Verkehrsteilnehmern stößt man mit einem Übermaß an Verkehrszeichen schnell an seine Grenzen. Überforderung kann Fehlverhalten und Fehlreaktionen zur Folge haben und eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer darstellen. Was in Langenlois geklappt hat, soll nun auch auf die umliegenden Gemeinden ausgedehnt werden.

Zudem sollen auch die Schilder bei Park- und Halteverboten fallen und - wie international üblich - als Bodenmarkierungen mit einer durchgehenden gelben Linie am Straßenrand gekennzeichnet werden.

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